Komplette Liste aller Rezensionen seit 2002
Auf der Su­che nach Lese­stoff? Hier fin­dest Du Buch­be­spre­chun­gen mit An­spruch aber oh­ne Al­lü­ren. Ich schrei­be meist über bel­le­tris­ti­sche Ti­tel; über sol­che, die mir ge­fal­len oder auch mal nicht ge­fal­len ha­ben; manch­mal Main­stream, manch­mal ab­seits der aus­ge­tre­te­nen Pfa­de. (Per­sön­li­che Emp­feh­lun­gen und ein paar Wor­te zu die­sem Pro­jekt gibt’s ganz un­ten auf die­ser Sei­te.)

Echtzeitalter

Tonio Schachinger, Echtzeitalter, 2023
Tonio Schachinger, 2023

Der Deutsche Buchpreis ging im Jahr 2023 an den Roman Echtzeitalter¹ von Tonio Schachinger. Die Jury begründete ihre Wahl folgendermaßen: „Auf den ersten Blick ist Tonio Schachingers ‚Echtzeitalter‘ ein Schulroman. Auf den zweiten viel mehr als das: ein Gesellschaftsroman, der das Aufwachsen seines Helden Till an einer Wiener Eliteeinrichtung beschreibt […]. Mit feinsinniger Ironie spiegelt Schachinger die politischen und sozialen Verhältnisse der Gegenwart […]. Auf erzählerisch herausragende und zeitgemäße Weise verhandelt der Text die Frage nach dem gesellschaftlichen Ort der Literatur².“ Die Handlung der Geschichte setzt im Herbst 2013 ein, als Till Kokorda elf Jahre alt wird – kurz nach seiner Einschulung als „Firsty“ am fiktiven Marianum, einem elitären Wiener Light-Inter­nat. Wir begleiten Till über 360 Textseiten hinweg und durch sieben Lebensjahre hindurch, bis in die Abschlussklasse im Jahr 2020.

Eng verzahnt mit seiner Schullaufbahn ist Tills Leidenschaft für das Computerspiel Age of Empires II. Er verbringt jede freie Minute mit dem Strategiespiel und rückt im Alter von fünfzehn ganz unerwartet in die Riege der weltweit beachteten Top-Spieler auf. Der Autor beschäftigt sich in seinem zweiten Roman mit den Fragen: Wieviel Selbstverwirklichung oder Freiheit lässt eine stark traditionell geprägte Bildungsstruktur zu? Welchen Einfluss haben Digitalisierung und insbesondere Gaming auf das Erwachsenwerden der Generation Z?

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Happy Birthday, Mr. Boyle!

Der US-Schriftsteller T. C. Boyle nach einer Lesung in der Isarphilharmonie, München, 24.11.2025
Der US-Schriftsteller T. C. Boyle, 2025

Thomas Coraghessan Boyle feiert¹ heute seinen 77. Geburtstag. Herzlichen Glückwunsch, happy birthday, feliz cumpleaños. Dieses Ereignis betone ich aus drei sehr guten Gründen. Denn zum Ersten steht T. C. Boyle weit oben auf der Liste meiner liebsten Literaten.

Zum Zweiten habe ich vor einem Monat mit No Way Home seine brandaktuelle Veröffentlichung besprochen und damit endlich eine lange Lesereise abgeschlossen, die im Jahr 2006 mit meiner Lektüre von Drop City begonnen hatte. Tatsächlich habe ich jetzt nämlich alle bislang 20 Romane und 13 Kurzgeschichtenbände² gelesen und auch ausnahmslos auf E-Script vorgestellt. Was mir dabei alles begegnet ist, kann man in meinem Autorenprofil von T. C. Boyle nachlesen; dort findet man natürlich auch alle Links auf meine 33 Buchbesprechungen der boyleschen Publikationen.

Und zum Dritten …

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No Way Home

T. C. Boyle, No Way Home, 2025
T. C. Boyle, 2025

Am 16. September 2025 erschien der zwanzigste Roman des US-Ro­man­ciers T. C. Boyle mit dem Titel No Way Home. Die Besonderheit: Die deutsche Übersetzung ging ein halbes Jahr vor dem englischsprachigen Original in den Verkauf – ein Geschenk des Autors an seine große deutsche Fangemeinde. Ebenfalls neu: Von Kalifornien geht es diesmal nach Osten, mitten hinein in die Wüste. Nämlich in die Kleinstadt Boulder City, ein paar Kilometer südöstlich von Las Vegas. Dort spielt sich die Dreiecksbeziehung zwischen Terry, einem Arzt aus Los Angeles, der übergriffigen Bethany und deren eifersüchtigem Ex Jesse ab.

In den drei Romanvorgängern behandelte Boyle die Themen Klimawandel (Blue Skies), Evolution (Sprich mit mir) und eine Biografie des LSD-Papstes der Sechziger, Timothy Learys (Das Licht). In seinem neusten Werk stürzt er nun sein Personal und seine Leserschaft in menschliche Abgründe.

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