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Dienstag, 6.4.2004

Weltekes Welt

Einfach beispielhaft

Wird den großen Tieren der Republik Fehlverhalten vorgeworfen, ist deren Reaktion stets die gleiche. Sie reagieren zunächst mit Unverständnis, gehen entrüstet zum Gegenangriff über und versuchen schließlich, ihre Verfehlungen zu bagatellisieren.

Bundebankpräsident WeltekeDabei ist die Faktenlage im Fall des Bundesbankpräsidenten Ernst Welteke doch kaum relativierbar. Er ließ sich samt erweiterter Familie zwischen den Jahren 2000 und 2001 von der Dresdner Bank zu einer Feier anlässlich der Einführung des Eurobargeldes nach Berlin einladen.
Nach dem Verhaltenskodex der EZB hätte er diese Einladung nicht annehmen dürfen. Doch kann sich Welteke in Bezug auf diesen Vorwurf der Verletzung seiner Pflichten noch damit entschuldigen, dass er den Kodex erst fünf Monate nach der Berliner Feier unterschrieben hatte.
Nach §70 des Bundesbeamtengesetzes jedoch war er auch damals bereits dazu verpflichtet, Zuwendungen Dritter oberhalb einer bestimmten finanziellen Größenordnung auszuschlagen. Jeder kleine Staatsdiener darf Geschenke im Wert über fünfzehn Euro nicht annehmen. Höhere Chargen legen für sich selbst aber offenbar eigene Messlatten an, übernahm doch der Gastgeber für Weltekes Tross die Hotelrechnung über gut 7.600 Euro.

Wir dürfen gespannt sein, ob die Bundesbank ihrem obersten Dienstherren aus dem Dilemma hilft, indem sie die besagte Feier nachträglich als Dienstfahrt deklariert und es Welteke dadurch ermöglicht, trotz des eindeutigen Falls der Vorteilsannahme an seinem bequemen Chefsessel kleben zu bleiben.

Andere Vorbilder auf diesen Seiten:
Nach Gutsherrenart (17.2.2004)
Paolo Pinkel (16.6.2003)
Miles & Mobbing (1.8.2002)
Die unerträgliche Leichtfertigkeit des Seins (6.5.2002)

UB

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