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Gedanken, Geschichten, Ansichten und Einsichten. Beinahe ein Journal.


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Dienstag, 27.4.2004

Die Verbrennungsmaschine

Habe eben auf dem Weg zur Papiermülltonne zusätzlich 40 kcal verbrannt. Soviel Energie, hieß es in einem Schaubild der Zeit, koste ein fünfminütiger Lachanfall den menschlichen Körper. Ohne die Zeitungsausgabe ihrer entgültigen Bestimmung zuzuführen, kehrte ich ins Wohnzimmer zurück, um unter Einsatz weiterer 13 kcal den bislang ungelesenen Artikel zu studieren.

Verkohltes aus der ZeitDer Text war den energetischen Aufwand nicht wert. Aber die Grafik, über die ich auf dem Weg zur Tonne gestolpert war, animierte mich zur zusätzlichen Verbrennung weiterer »weniger kcal«. Seither gerate ich immer wieder in krematorisches Grübeln. Mich schockt nicht etwa die Tatsache, dass ich wohl nie 6.100 kcal an einem einzigen Tag in die Athmosphäre hinausheizen werde. Erst recht nicht auf französischem Hoheitsgebiet. Mit meinen wöchentlichen 234 verdrahteselten Einheiten fühle ich mich sowohl körperlich, als auch gedanklich recht wohl.

Mir gibt die implizite Wertung zu denken, die die Herren Journalisten verschiedenen Aktivitätstypen beimessen. Warum wird für rhythmisches Gehopses zu Musik eine Dauer von einer Stunde angesetzt? Weshalb können oder dürfen wir wesentlich angenehmere Tätigkeiten bei gleichem Kalorienverbrauch nur halb so lange praktizieren? Liegt der tabellarischen Aufstellung etwa statistisches Material zu Grunde? Müssen wir daraus den Schluss ziehen, dass der durchschnittliche Zeitredakteur, Deutsche, Europäer, Weltbürger (nicht Zutreffendes bitte streichen) am Stück eine ganze Stunde im Jailhouse abrockt? Dass andererseits all unsere Liebesmüh' bereits nach halbstündiger Anheizphase verpufft?

Auf meiner Liste der zu klärenden Sachverhalte steht ganz oben: Kann der Konsum einer TV-Comedyshow während des Bügelns den Kalorienverbrauch signifikant, vielleicht gar auf 300 kcal/h steigern? Was ist mit einer halben Stunde Sex ohne Orgasmus, dafür aber gekrönt von einem zehnminütigen Lachanfall?
Ohne weiteres Zutun ergeben sich aus derartigen Fragestellungen Gedankengerüste um skandalöse Variationen des Extrembügelns, die zumindest aus mathematischer Perspektive jeden Tour-de-France-Radler im verbrennungstechnischen Vergleich wie einen Igel im Winterschlaf aussehen lassen.

O tempora, o mores!

UB

Link mich: http://www.e-script.de/?p=1083048906

Kommentare

andreas, 27.4.2004 um 14:34 h:

Danke, lieber Ulf!

Gerade habe ich, dank deiner Ausführungen hier, entdeckt, dass das Webloglesen durchaus eine Alternative zu zielgerichtetem Sex sein kann. Ich gehe dabei mal davon aus, dass 'wenige' weniger als 13 kcal (ca. 6 kcal) ausmacht und folgendes zusammengezählt:
Deinen Eintrag hier gelesen: 6 kcal
Nochmals gelesen: 6 kcal
Mich gemütlich zurückgelehnt: 13 kcal
.. und nachgedacht: 6 kcal
... dann herzhaft gelacht: 40 kcal
Eine Antwort überlegt: 6 kcal
Antwort wieder verworfen: 6 kcal
Neue Antwort skizziert: 6 kcal
Antwort gedanklich fixiert: 6 kcal
Nochmals zurückgelehnt: 13 kcal
Zum Klo gegangen: ca. 85 kcal
Wieder gesetzt: 13 kcal
Antwort geschrieben: 6 kcal
Auf Fehler überprüft: 6 kcal
Mit Ehefrau telefoniert: 83 kcal
---------------------------------
Summe = 301 kcal - Wozu brauch ich da Sex mit Orgasmus?

Ulf, 27.4.2004 um 21:04 h:

Wozu? Ich rate einfach mal: Vielleicht, weil es mehr Spaß machen könnte, als mein Geschwafel zu lesen? (Obwohl ich mich natürlich äußerst geehrt fühle.)
Andererseits: Wer weiß schon, was du zu guter Letzt mit deiner Ehefrau am Telefon besprochen hast. Oder war es meine, mit der du telefoniert hast? *grübel*

andreas, 29.4.2004 um 13:54 h:

*lol* Grübeln = 302 kcal

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