Leser seit April 2002
Gedanken, Geschichten, Ansichten und Einsichten. Beinahe ein Journal.


Hinweis: Die Gestaltung wurde mit Rücksicht auf unterschiedliche Bildschirmauflösungen und Ausgabemedien, sowie auf sehbehinderte Besucher ausschließlich auf Basis von Cascading Style Sheets realisiert. Da Sie CSS deaktiviert haben, oder einen Browser benutzt, der diese nicht oder nur teilweise umsetzen kann, müssen Sie leider auf Gestalterisches und auf eine besucherfreundlichere Anordnung der einzelnen Abschnitte weit gehend verzichten. Die Textinhalt sind allerdings ohne Einschränkungen auch ohne CSS zugänglich.


Samstag, 1.5.2004

Europarausch

Heute ist es soweit. Die Europäische Union ist um zehn arme Schlucker reicher. Äh, welche waren das nochmal? Luvania jedenfalls dürfte trotz weit reichender Mutmaßungen nicht dabei sein. Vielleicht sehen wir uns einmal bei einer seriösen Quelle um? Nur um sicher zu gehen. Faselte doch schon Voltaire im Jahre 1751 von »einer Art großen Republik, verteilt in verschiedene Staaten«. Wenn schon allseits anerkannte Kompetenzträger Ausdrücke wie »einer Art« strapazieren, kann man nicht vorsichtig genug sein.

Es wird gefeiert an allen Ecken und Enden der europäischen Provinz. Wie zu hören war, tauchte gar Altbundeskanzler »Birne« Kohl heute im entlegensten Winkel Deutschlands auf und inspirierte die deutsch-polnisch-tschechische Zuhörerschaft im Dreiländereck mit seinen in behäbig Wort gegossenen Gedanken zur Osterweiterung. Es heißt, Kohl bemühte in seiner Rede »erneut das Bild des Hauses Europa«. Jawohl!

Lasst ihn reden, den alten Hausl. Weder er, noch Voltaire, noch andere historische Größen werden uns dabei behilflich sein, Ordnung im großen Haus zu halten. Schwer tun werden wir uns sicherlich dabei. Nicht wegen Kohl. Nicht wegen der zehn Neuen. Wie war das nochmal mit den Steinen und dem Glashaus? Wer ohne Schulden ist, der werfe den ersten Stein auf die polnische Putzfrau? Oder verwechsle ich das jetzt mit dem tschechischen Bier und den Nierensteinen?

Wie auch immer: Seid mir herzlich willkommen in Europa, ihr Esten und Estinnen, ihr Letten und Lettinnen, ihr Litauer und Litauerinnen, ihr Malteser und Malteserinnen, ihr Polen und Polinnen, ihr Slowaken und Slovakinnen, ihr Slowenen und Sloweninnen, ihr Tschechen und Tschechinnen, ihr Ungarn und Ungarinnen, ihr Zyprioten und Zypriotinnen.
Zypriotinnen? Echt, oder was? Wow! - Ist ja auch egal. Namentlich begrüße ich an vorderster Front den längst lieb gewonnenen Brano Brossmann. Die Sache mit dem »family hosting« hatten wir beide ja schon Jahre vor der Europaeskalation hinbekommen. Gelle?

UB

Link mich: http://www.e-script.de/?p=1083362801

Kommentare

andreas, 1.5.2004 um 0:31 h:

Soldaten Europas vereinigt euch!

"Wirtschaftlich ein Riese, politisch ein Zwerg, militärisch ein Wurm" - spottete ein belgischer Minister vor 25 Jahren über Europa, doch auch auf dem alten Kontinent sind Politiker dabei, neue Strategien zu entwickeln, vor allem in Paris. "Die immerhin 60 000 Mann starke Eingreiftruppe der EU", rechnet Frankreichs Verteidigungsministerin Michele Alliot-Marie vor, "ist mit 400 Flugzeugen und 100 Schiffen binnen 60 Tagen mobilisierbar." Zusätzlich will sie 1500 Elitesoldaten aufstellen, die innerhalb von 48 Stunden am Krisenort sind. "Das", so die Ministerin, "ist einmalig auf der Welt."
-- aus dem Stern

Kommentar abgeben: