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Donnerstag, 6.5.2004

Ende eines Experiments

Die Foltervorwürfe gegen US-Militärs im Irak ziehen weit reichende Kreise und scheinen nun vielleicht doch zu Konsequenzen zu führen. Setzt sich bei Präsident Bush die Erkenntnis durch, dass er auf dem besten Weg ist, die Kontrolle im besetzten Irak vollständig zu verlieren?

In meiner Notiz von vorgestern steht die Behauptung: »Es gibt nicht die Guten und die Bösen, es hat sie noch nie gegeben, es wird sie auch nie geben. Krieg und seine Folgen haben auf alle Beteiligten Auswirkungen, über die wir als zivilisierte Menschheit lieber den Mantel des Schweigens decken möchten.«

Stanford-Gefängnis-ExperimentGestützt wird mein laienhafter Versuch einer Erklärung durch ein Experiment des renommierten US-Psychologen Philip Zimbardo. 1971 hatte er das Stanford Gefängnis Experiment durchgeführt, in dem Probanden willkürlich in Häftlinge und Wärter eingeteilt wurden. Der Versuch musste vorzeitig abgebrochen werden, nachdem die Situation außer Kontrolle geriet und Übergriffe der »Wächter« gegenüber »Gefangenen« nicht tolerierbare Ausmaße annahm.

Wir können daraus schließen, dass Folter von (Kriegs-) Gefangenen weder eine Frage des Guten oder Bösen im Menschen ist, noch durch die bekannte Einzelfall-Ausrede beschönigt werden kann.
In der Konsequenz wird auch unmissverständlich klar, dass die amerikanischen Besatzer ihr Engagement im Irak nicht zum Positiven wenden werden können. Das erklärte Ziel der Demokratisierung des Golfstaates ist reine Illusion.

Es gibt erste Anzeichen dafür, dass Bush nun endlich zu erkennen beginnt, dass er nichts ausrichten kann, dass sich seine Zielsetzungen fein säuberlich eine nach der anderen zerschlagen haben. Gestern soll der US-Präsident seinen Kriegsminister zusammengefaltet haben. Man munkelt davon, der professionelle Dummschwätzer Rumsfeld solle geopfert werden.
Lasst uns hoffen, dass Bush dadurch nicht nur seine eigene Haut retten will, sondern auch seine Strategie ändert und sich irgendwie mehr oder weniger anständig aus seinem irakischen Experiment verabschiedet.
Lieber ein Ende mit Schrecken, als Schrecken ohne Ende. Zumindest soviel sollte die Bush-Administration aus Zimbardos Lehrstück lernen können.

UB

Link mich: http://www.e-script.de/?p=1083846467

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