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Freitag, 7.5.2004

Wink mit dem Laternenpfahl

Das neue Werbemodell des Spiegel

Seit einigen Tagen sorgt der Spiegel Online neuerlich für Diskussionen in der Leserschaft. Schon im November 2002 nervte die Nachrichtenseite beim Aufruf mit Werbemüll in Bildschirm füllenden Pop-ups. Später brachte der Spiegel die Netizens gegen sich auf, als die Zahlungspflicht für ältere Artikel eingeführt wurde. Seither verzichten viele Schreiber im Netz auf Links zu den Magazinseiten. Und auch diesmal geht es um ein Modell, mit der Webversion Geld zu machen. Im Gegensatz zu früheren Reaktionen, löst die aktuelle Spiegel-Aktion bei den meisten Besuchern jedoch Gelächter aus.

Artikel auf den Webseiten des Spiegel werden neuerdings direkt nach dem Aufreißer durch eine unübersehbare Werbegrafik unterbrochen. Wer weiterlesen möchte, muss die Grafik über den Bildschirm hinweg rollen lassen. Dabei ist kaum zu vermeiden, dass die Werbebotschaft ihren Weg ins Gehirn des Besuchers findet.
So weit, so gut. Aus der Sicht der werbenden Unternehmen ist der Effekt selbstverständlich beabsichtigt. Fraglich bleibt, ob ein bestimmter Nebeneffekt beabsichtigt ist, oder zumindest gerne in Kauf genommen wird. Relativ häufig scheinen nämlich Überschrift und Einleitung eines Artikels inhaltlich in Zusammenhang mit der Werbung zu stehen. So wie etwa heute in der Rubrik Panorama:

Küblböcks Gurkenfahrt

Zwar ist in höchstem Maße unwahrscheinlich, dass Küblböck bei seiner Unfallfahrt auf dem Weg in einen Lesesaal gewesen ist. (Schließlich ist nach wie vor unbekannt, ob der junge Mann überhaupt lesen kann.) Dennoch steht die Werbegrafik von VOX in unübersehbaren Zusammenhang mit dem Crash des deutschen Stimmbruchwunders und fügt noch höchst sarkastisch an: »Gestorben wird immer«.
In dieser Art gibt es eine ganze Menge belustigender Korrelationen. Bei Knuspi findet sich eine Sammlung von Screenshots zusammen mit dem Hinweis auf eine beabsichtigte Zusammenarbeit zwischen Redaktion und Werbeabteilung.

Eine solche ist zwar schwerlich vorstellbar, aber wer weiß das schon so genau. Vielleicht ist die neuste Spiegelei ein Vorbote der personalisierten Werbung, die Google mit seiner G-Mail unters Volk bringen möchte? Fest steht jedenfalls, dass die Werbebranche dem Publikum keine ruhige Minute mehr gönnt.

UB

Link mich: http://www.e-script.de/?p=1083920988

Kommentare

Kristof, 7.5.2004 um 11:49 h:

Es ist wohl eher so, dass der Werbeserver blitzschnell die aufrufende Seite (also den Spiegelartikel) auf seinen Content hin durchscannt und den entsprechenden Banner schaltet. Bei Keywords wie Tod, Unfall, Kino etc. kommen dann teils lustige, teils makabre Verknüpfungen zustande.
(Ich glaube wenigstens, dass das so funktioniert.)

Ulf, 7.5.2004 um 22:38 h:

Ich weiß nicht so recht. Bei den Hitzahlen, die einzelne Spiegelseiten so haben dürften, wäre das Matchen von Stichwörtern extrem aufwändig. Um nicht zu sagen: über die Maßen aufwändig.

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