Leser seit April 2002
Gedanken, Geschichten, Ansichten und Einsichten. Beinahe ein Journal.


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Mittwoch, 4.8.2004

Music Is My Best Friend

Sommersynkopen

Dass ich mich heute Mittag in Begleitung von zweiundzwanzig Silberscheiben im Gepäck auf Reisen begebe, ist eher eine Information für Insider. Trotzdem gestatte ich mir den öffentlichen Hinweis, dass ich mich schon enorm auf die Fahrt mit der musikalischen Untermalung freue. Das Ziel meiner Reise liegt weit abseits der üblichen Feriengebiete, im Bermudadreieck zwischen Berlin, Hannover und Hamburg.

TeirtuIch bin zu Gast bei Tanja und Frank. Zwei Wochen lang werde ich mich im Handwerk, in der Kunst, im Kunsthandwerk des Harfenbaus versuchen. Was dabei herauskommen soll? - Na ja, wir werden sehen; ich bin selbst gespannt wie ein Flitzebogen, eine Harfensaite. Wenn alles gut geht, nehme ich so ein Ding wie links abgebildet mit nach Hause. Wenn nicht, treffe ich nach der Rückkehr auf meine untröstliche Tochter, die dann zum ersten Mal in ihrem Leben die Erfahrung gemacht haben wird, dass Papa nicht unfehlbar und als Harfenbauer völlig ungeeignet - sozusagen eine »Stradilusche« - ist.
Wie auch immer das Abenteuer ausgehen mag; ich möchte nicht unerwähnt lassen, dass Frank Sievert eine sehr gelungene Webseite (siehe oben) im Netz stehen hat, auf der nicht nur verschiedene Harfen zu sehen, sondern auch im Klangbeispiel zu hören sind.

Zwei Wochen also ohne Netz (und ohne doppelten Boden). Für die Zwischenzeit gebe ich allen elektronischen Passanten eine weitere musikalische Notiz mit auf den Weg durchs Netz. Mein mir mittlerweile ans Herz gewachsener Nachnamensvetter Branislav aus Slovakien hat mir nämlich eines voraus: Er ist jetzt schon im Besitz eines nicht ganz alltäglichen Instruments.

Branos HarmoniumDas Ding will er allerdings nicht selbst behalten, sondern - gegen Bares - an Interessierte abgeben. Es handelt sich, so schreibt mir Brano, um ein Harmonium mit einem Manual und sechzehn Registern. Das Instrument wurde Anno Domini 1923 von Josef Melzer in Kutna Hora, damals Tschechoslovakei, hergestellt. Von seinem Vater hat Branos Großvater Ferdinand dieses Harmonium geerbt. Derzeit wird es vollständig restauriert. Wer sich für das Gebläseklavier interessiert, kann sich gerne direkt mit Branislav in Verbindung setzen: bross@pobox.sk. - Seid nett zu ihm, Leute, er hat es verdient; und schreibt vor allen Dingen auf englisch, wenn ihr Kontakt aufnehmt. Sonst braucht der Arme Wochen, um eure Nachricht zu verdauen.

Mit diesem Potpourri von Randnotizen aus der Welt der Musik verabschiede ich mich jetzt von allen Lesern für ein paar Takte. Bis zur Zeit der Herbstrhapsodien bin ich wieder zurück an Bord, ausgestattet mit brandheißen News und - so Zeus mir beisteht - auch mit Paparazzo-Teleshots von der Harfenbauerfront im Wendland.

UB

Link mich: http://www.e-script.de/?p=1091571061

Kommentare

van, 4.8.2004 um 7:21 h:

gute reise & viel erfolg!

Ulf, 4.8.2004 um 11:16 h:

Danke! Und tschüsssss…

eternarosa, 20.8.2004 um 23:19 h:

Hallo,
Erfolg gehabt und somit "Stradiharfi" geworden??

Gruesse von eternarosa, auch Vielleserin, auch ab und an in Englisch (Spanisch weniger!)

Ulf, 22.8.2004 um 14:44 h:

Danke der Nachfrage! - Ich bin seit dem Wochenende wieder unter den Internetten. Mit funktionstüchtiger Harfe. Und Schwielen an den Händen.
Preisfrage: Womit verbringt der Harfenbauer mit weitem Abstand den größten Teil seiner Tätigkeit?

eternarosa, 24.8.2004 um 22:45 h:

Herzlichen Glückwunsch!
Antwort: draussen???
Andere Frage: Wie um alles Welt verreist man denn mit einer Harfe?????

eternarosa, 24.8.2004 um 22:46 h:

Habe gerade beim Absenden gemerkt, dass es ja nicht "WO", sondern "WOMIT" hiess...
also dann: mit dem Spannen der Saiten???

Ulf, 25.8.2004 um 7:21 h:

Nein, das Einfädeln und Stimmen der Saiten ist in ein paar Minuten geschehen. Erstaunlicherweise verbringt man ganze Tage, gar mehr als eine Woche ausschließlich mit Schleifen von Holz. Raspel, Feile, Schmirgelpapiere in immer feinerer Körnung sind die mit Abstand meist genutzten Werkzeuge.
Die Frage nach dem Verreisen habe ich nicht verstanden. Ich meine, was wäre der Unterschied zu einer Gitarre?

eternarosa, 27.8.2004 um 17:10 h:

Naja, wenn es nicht gerade eine Tisch- oder Klappharfe geworden ist, stelle ich es mir doch etwas schwierig vor, die Harfe mal eben wie eine Gitarre um den Hals zu hängen oder im Kofferraum eines, sagen wir mal, Corsas zu verstauen?!

eternarosa, 27.8.2004 um 17:10 h:

Naja, wenn es nicht gerade eine Tisch- oder Klappharfe geworden ist, stelle ich es mir doch etwas schwierig vor, die Harfe mal eben wie eine Gitarre um den Hals zu hängen oder im Kofferraum eines, sagen wir mal, Corsas zu verstauen?!

Ulf, 27.8.2004 um 23:56 h:

Eins zehn hoch. Keltische Harfe. Keine Konzertharfe mit fünfunddreißig Kilo. Mehr zum Thema in Wort und Bild gibt es seit eben hier.
Und: eine der Harfen wurde im Kofferraum eines Ford Ka, eine weitere in einem VW Beetle abtransportiert, ohne zusammengeklappt werden zu müssen. Problemlos.

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