Leser seit April 2002
Gedanken, Geschichten, Ansichten und Einsichten. Beinahe ein Journal.


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Donnerstag, 9.9.2004

Kriminelles

Brennen im Rohr

Als sich letzthin der rote Wein anschickte, einen Weg ins Freie zu suchen, und ich aus diesem Grund eine geeignete Lokation aufsuchte, sah ich mich völlig unvorbereitet und aus nächster Nähe mit Messer-Michi und Razor-Ralphi konfrontiert; vor mir in Höhe der Schenkel Porzellanernes; Auge in Auge die beiden Jungs, die bekundeten, sie freuten sich schon auf mich.

Liebe Raubkopierer, wir freuen uns auf Euch!Um zu verhindern, dass nun ungerechtfertigte Vermutungen aufgestellt werden: Ich bin zwar kein besonders ausgeprägter Kinogänger, vielleicht einmal im Jahr lasse ich mich vor der großen Leinwand nieder. Aber auch mit DVDs habe ich nicht viel am Hut. Weder mit gekauften, noch mit selbst gebrannten oder gar Downloads aus dem Netz.

Trotzdem fühlte ich mich direkt von Michi und Ralphi angesprochen. Blicke und Habitus der beiden haben etwas Einladendes, um nicht zu sagen Bestechendes. Sofort faszinierte mich der Gedanke, mit den beiden für die nächsten fünf Jahre ein Dreibettzimmer zu teilen. Um die Möglichkeit eines derart attraktiven Tapetenwechsels nicht zu verspielen, wandte ich mich bei nächster Gelegenheit an die Agentur, die derlei Zeitvertreib im Angebot zu haben schien:

hartabergerecht.deEs ist schon erstaunlich, zu welchen Ausdrucksformen die Filmindustrie greift, um uns zur Einsicht zu bringen. Einerseits hetzt sie uns Michi und Ralphi auf den Hals, um andererseits zu beschwichtigen und sprachlich zu unterscheiden zwischen »gewerblichen Raubkopierern« und dem »Endverbraucher, der sich der Illegalität seines Handels bewusst« werden solle.

Fasse ich einmal den »harten aber gerechten« Sermon zusammen, wird mir klar, dass es für mich nichts wird aus der schönen Zeit mit den beiden Knastbrüdern. Es sei denn, ich besorgte mir rasch noch eine Netzkopie von - sagen wir mal - The Village, kopierte sie ein paar hundert Mal und brächte sie unters Volk.
Dem potenziell verbrecherischen Endverbraucher sollen Michi, Ralphi und die Motive auf anderen Plakaten offenbar nur Schrecken einjagen. Einschüchterungstaktik heißt das wohl.

Auf der anderen Seite macht mir das Radio wieder Mut. Seit ein paar Tagen läuft auf meinem Haussender eine Fortsetzungsgeschichte, in der die Titelmelodie der »Bezaubernden Jeannie« erklingt und irgendein Nerd im Zwiegespräch mit seinem sicher blonden, weiblichen Computer Themen zum Gebrauch von PCs bespricht. Heute Morgen schob er seiner Computereuse einen 16-fach DVD-Brenner rein, damit sie auch endlich mal Filme brutzeln könne. Hach, was hat die gestöhnt vor Vergnügen!

Aber ich schweife ab. Fest steht, dass sich die Unterhaltungsbranche nicht so recht einig ist. Die einen fordern ohne Umschweife dazu auf, uns mit Technik und Material einzudecken und zu brennen, was das Triebwerk hält. Die anderen drohen uns Arrest an, konzentrieren sich dabei aber auf den Punkt, wo es am meisten weh tut. Auf all den »harten aber gerechten« Seiten habe ich nicht einen Hinweis zum Kopieren von Musik gefunden. Da reitet die Filmindustrie als lonesome Cowboy eine einsame Attacke, abgesprochene Aktionen scheint es nicht zu geben.

Paralyse vor dem übermächtigen Gegner. Jaja, das böse Internetz.

Nächste Folge: ©nast für Deutschland (10.3.2005)

UB

Link mich: http://www.e-script.de/?p=1094723213

Kommentare

klaus, 6.8.2005 um 17:47 h:

hey wer weiß woher man die Filme bekommt mit der Silbermiene ausem kino da will den haben der gefällt mir ist für en Freund *g*

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