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Samstag, 2.10.2004

Textile Spitzen

Alphaweibchen

Lucia von der Post schreibt für die Zeit: »Mode kann auf jene, die nicht zum illustren Kreis der Insider gehören, ziemlich unberechenbar wirken - wie ein Kind, das zu Anfällen von Exhibitionismus und Maßlosigkeit neigt; interessant und in gewisser Weise unterhaltsam, aber auf keinen Fall ernst zu nehmen.« Recht hat die Gute.

50er Jahre: Grace KellyIn ihrem Artikel versucht Lucia zu erklären, dass Mode immer dann überzeugt, »wenn sie etwas von der aktuellen Stimmung einfängt«. Mode sei viel mehr als nur ein eigensinniges Kind. »Sie ist Ausdruck tief sitzender Gefühle und Sehnsüchte.«

Diesen Gedanken kann ich nachvollziehen, wenn ich mir längst überkommene Ikonen wie etwa Grace Kelly oder Brigit Bardot in die Erinnerung zurückrufe. Ich kann gut verstehen, dass die Nachbarin »umme Ecke« die Damen aus der ersten Reihe um ihrer Eleganz und Schönheit willen bewunderten. Darüber hinaus wäre es für mich durchaus verständlich, wenn auch moderne Frauen - vielleicht insgeheim? - mit der Mode der fünfziger oder sechziger Jahre liebäugelten. Ich meine, was würde frau denn gerne anziehen, wenn sie sich »aufdonnern« will oder muss? Für den größeren privaten Anlass? Oder für den gestylten Auftritt im Geschäftsleben?

New Age: Britney SpearsMal ganz ohne Vorurteile: Es ist nicht so, dass ich mich jetzt auf Rüschen, Glitzer oder Pettycoats versteifen möchte. Ich frage mich lediglich, ob es tatsächlich dem Teenageralter entwachsene Frauen gibt, die mit persönlicher Eleganz gedanklich den Stil von Britney Spears in Verbindung bringen oder einen Fummel wie den vorgestern vorgestellten.

Irgendwo klafft doch in Sachen Mode - lebensnaher und propagierter - eine Lücke. Was auf den Laufstegen der Welt des Glamours präsentiert wird, stimmt offensichtlich nicht mit dem überein, was frau tatsächlich in der Öffentlichkeit zu tragen bereit ist.
Van der Post erklärt den steten Wechsel im Modedesign mit dem »Kampf der Geschlechter«: Dieser bestehe im Kern aus dem »Bedürfnis der Frauen, die stärksten Partner anzuziehen. Sehnsucht muss aber immer wieder neu entfacht werden«. - Dieses Argument würde natürlich die letzten textilen Schreie durchaus verständlich machen. Wenn nichts mehr hilft, dann muss es eben die nackte Arschbacke oder die blanke Brust tun. Sonst läuft der gut aussehende Genverteiler womöglich zur Konkurrentin über.

Wenn die Geschichte mit den tief sitzenden Sehnsüchten aber stimmt, dann haben wir es mit einem psychologischen Problem zu tun: Frau will schon, traut sich aber nicht.

Da haben wir Männer es eindeutig besser: Wir haben tief im Inneren schon immer von einer Karriere als Pornodarsteller geträumt. Die Frage nach dem Fummel, den wir tragen müssen, sollen, dürfen oder wollen, erübrigt sich insofern.

UB

Link mich: http://www.e-script.de/?p=1096750078

Kommentare

Horst [@], 4.10.2004 um 17:45 h:

Hm, aber eine um zwei Nummern zu kleine Hipster, die das Gesäß an den falschen Stellen zusammenschnürt und das Hüftfett in eindrucksvoller Weise überquellen lässt, hat selbst auf den stärksten Partner eine nicht allzu anziehende Wirkung.

Ulf, 4.10.2004 um 23:04 h:

Ja eben! - »Sehnsucht muss immer wieder neu entfacht werden«.

Fürst Integrator, 15.12.2004 um 20:18 h:

Hey was ist das problem es gibt auch Besitzer von Y Chromosomen, die es wahnsinnig sexy finden, wenn ihre Freundin ihre mollige 48er Figur in eine 44er jeans zwängt natürlich plus Top, das Luft an den herrlichen Bauch läßt.
Wenn es euch nicht gefällt ist es euer Pech ihr verpasst echt was.

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