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Dienstag, 12.10.2004

Superman ist tot

Die Meldung ist inzwischen längst ausgelutscht, trotzdem muss das nochmal hierher: Christopher Reeve, alias Superman, starb vorgestern in den frühen Morgenstunden an Herzversagen, nachdem er am Samstag ins Koma gefallen war.

Christopher Reeve transforming ...Vor dreißig Jahren, mal so über den Daumen gepeilt, war Superman mein absoluter Held. Das Taschengeld investierte ich zum großen Teil in die gezeichneten Abenteuer des übermenschlichen Weltenretters. Für die Verfilmung aber habe ich mich nie interessiert. Doch wie das eben so ist, man kommt an den Bildern ja nicht vorbei. Die unvermeidlichen Szenenfotos hinterließen bei mir einen einzigen Gedanken: Nie zuvor und auch nicht danach stimmte eine Besetzung genauer mit dem Bild überein, das da irgendwo in meinem Kopf existierte. Reeve war Superman; nicht nur im Film, sondern vor allem für mich.

Dass ich mir die Filme trotzdem nie angesehen habe, liegt an meiner festen Absicht, mir meine ganz persönliche Vorstellungswelt nicht überschreiben zu lassen - trotz meiner ungläubigen Fassungslosigkeit angesichts der Übereinstimmung zwischen dem Darsteller und meinem Bild des Superman.

Vor gut neun Jahren hat es Reeve dann erwischt. Er stürzte beim Ausritt vom Pferd und war seitdem gelähmt. Doch danach entpuppte sich der Film-Superman auch noch als Übermensch im echten Leben. Hier zu schreiben, ich bewunderte Reeve für sein ungebrochenes Engagement, wäre zu mager. Eine solche Bereitschaft, trotz eines schweren persönlichen Schicksals in der Öffentlichkeit eine Sache zu vertreten, vor allem aber ständig für diese Sache präsent zu sein, ist nicht nur bloß bewundernswert. Für mich ist sie unverständlich. Nicht nachvollziehbar. Out of reach. Was Christopher Reeve oder auch Menschen wie Stephen Hawking auf sich zu nehmen bereits sind, entzieht sich meinem Begreifen. Und es macht mich ehrfürchtig. Obwohl ich mich nicht in einer vergleichbaren Situation befinde wie solche Supermänner, weiß ich dennoch: das könnte ich nicht leisten. Kein Gramm Gram. Statt dessen ein Durchhaltevermögen, das außerirdisch sein muss.

Jetzt ist Superman tot. Und was kommt mir bei dieser Nachricht in den Sinn? Ich ziehe die Parallelen zwischen Superman und der Nation, die Superman verkörpert hat. Superman ist die USA, die USA sind Superman. Und Superman ist nach Jahren des Siechens tot. - Zu meiner Entlastung sei gesagt: Die Gedanken sind frei. Ich kann auch nichts für Assoziationen, die mir durch die Gehirnwindungen schießen. Man könnte mir höchstens vorwerfen, dass ich meinen verqueren Quark lieber für mich behalten solle. Na gut, dann lest eben anderswo.

UB

Link mich: http://www.e-script.de/?p=1097532252

Kommentare

Claus, 12.10.2004 um 20:42 h:

Ich mochte Herrn Supermanns Stammzellen-Forderungen nicht besonders. Auch wenn ich den Wunsch / die Hoffnung auf eine eventuelle Heilungschance durchaus nachvollziehen kann. Aber auf Kosten von möglicherweise anderer Personen?
Und sein "Ausritt", war das in Wirklichkeit nicht die langjährige Teilnahme am bekanntermaßen äußerst unfallträchtigen Military-Reiten?
Soviel Achtung ich vor der Annahme des Lebens habe, so sehr weigere ich mich, alles von Reeves oder Hawkings per se als gut anzunehmen, nur weil sie unter so viel unverdient härten Bedingungen leben (mussten).

Ulf, 13.10.2004 um 7:25 h:

Wohl wahr, dass Reeve durch sein Hobby mehr oder weniger bewusst höhere Risiken als ein Durchschnittsmensch eingegangen ist, siehe Biographie. Ich denke, darin sind wir uns schon einig, dass - wenn überhaupt jemand - Chris Reeve selbst die Verantwortung an den »härteren Bedingungen« trug. Trotzdem bewundere ich den ungeheuren Lebensmut und den eisernen Einsatzwillen, sowohl von Reeve, als auch von Hawkin; nur um zwei Beispiele zu bringen.

Zum Thema Stammzellenforschung bin ich mir noch nicht über meinen eigenen Standpunkt im Klaren. Derzeit liegt es ja voll im Trend, dagegen zu sein, wenn man sich ethisches Empfinden auf die Fahne geschrieben hat. Mal abgesehen davon, dass ich glaube oder befürchte, dass mit oder ohne Verbot auf jeden Fall gemacht wird, was auch machbar ist, weiß ich nicht, ob ich Stammzellenforschung ablehnen oder befürworten soll.

tenji, 30.10.2004 um 17:25 h:

mit chris. reeve verabschiedet sich nicht nur ein mann sondern auch eine legende...wenn man superman denkt, dann denkt man automatisch an reeve. schade das er schon so früh gehen musste...der einzig wahre supermann

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