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Gedanken, Geschichten, Ansichten und Einsichten. Beinahe ein Journal.


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Freitag, 31.12.2004

Prosit Neujahr

Gut hinübergerutscht auf dem Tsunami

Auf gute Vorsätze für das jeweils nächste Kalenderjahr verzichte ich schon seit Zeiten. Man muss sich schließlich nicht unbedingt selbst demütigen. Allzu freudig geht das Jahr eh nicht zu Ende. Jetzt lese ich, dass die Unesco darauf hinweist, die Flutkatastrophe in Südasien habe Teile des Weltkulturerbes zerstört. Wenn wir keine anderen Sorgen haben ...

Zumindest aber wurde bei uns dieses Jahr zu Silvester einmal nicht nur rumgelabert, sondern ein ständig wiederkehrender Vorschlag tatsächlich in die Tat umgesetzt: Nicht einen einzigen, fitzeligen Kracher haben wir käuflich erworben; statt dessen nach Schätzungen im Familienrat das Raketenbudget gestiftet an die
 
Ärzte für die Dritte Welt
EKK Bank, BLZ 500 605 00
Kontonummer 104 88888 0
Stichwort: Seebebenopfer

Prosit Neujahr!

P.S.: Die Bankverbindung steht da oben nicht etwa deshalb, weil ich unbedingt ein paar Zeilen voll bekommen wollte.

UB

Link mich: http://www.e-script.de/?p=1104500318

Kommentare

Christian, 31.12.2004 um 15:46 h:

Da du das Thema doch noch aufgreifst, erspare ich euch auch nicht meinen Kommentar dazu. Die stundenlangen Dauersendungen und Sondersendungen bin ich ja spätestens seit dem 11.09 gewohnt und ich möchte auch sagen, schon geübt darin, sie zu konsumieren. Es sind dabei öfters kleine eingestreute Beiträge zu finden die mir von besonderem Interesse erscheinen. So zB die Meldung, auf den vorgelagerten Inseln hätten die Ureinwohner Helikopter mit Pfeilen beschossen, daraus schlösse man, sie hätten überlebt. Hatten sie ebenso wie die Tiere im Nationalpark, auch so ein Bericht, den 6. Sinn und welche Taktik hat sie überleben lassen? Erdhöhlen oder Palmen oder Boote? Nichts war mehr zu sehen davon bei dem gezeigten Rundflug und in der Bericherstattung. Statt dessen schneiden die Programmgestalter immer mehr altes Material in die aktuellen Berichte, wohl die berühmten "Highlights" der vorangegangenen Sendungen. Nicht zu Böllern schadet der Wirtschaft und den Arbeitsplätzen auch in der dritten Welt, also was soll ich tun? Ich versuche den Spagat zwischen Anstand und Freude und hoffe das für die Spende nicht noch mehr Coca Cola gekauft wird.
Chris

Ulf, 1.1.2005 um 23:30 h:

»Spagat zwischen Anstand und Freude«? Sehr schöne Formulierung. Darf ich die als Überschrift für meine nächst anstehende Überlegung verwenden?

P.S.: Ich entsage nicht nur der Böllerei, sondern auch grundsätzlich sämtlicher medial aufgebauschter Berichterstattung über Katastrophen. Seit der Sachen mit den Twin Towers. Ich weigere mich noch immer, mich abstumpfen zu lassen.

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