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Mittwoch, 16.2.2005

Eine Nacht in Abu-Ghraib

Aus meinen Lieblingszitaten

»Was während einer Nachtschicht im Abu-Ghraib-Gefängnis auf der anderen Seite der Welt passiert, ist natürlich etwas, auf das jemand in Washington keinen Einfluss hat. Deshalb empfinde ich keine Reue.«
(Donald Rumsfeld in einem CNN-Interview * zur Misshandlung irakischer Gefangener durch US-Soldaten)

Hört, hört! Donald Rumsfeld hat wieder einmal ein Bonmot zu den Misshandlungen im US-Gefangenenlager Abu Ghraib auf Lager: »Was während einer Nachtschicht im Abu-Ghraib-Gefängnis auf der anderen Seite der Welt passiert, ist natürlich etwas, auf das jemand in Washington keinen Einfluss hat. Deshalb empfinde ich keine Reue«. Immerhin ist zunächst seiner Äußerung kein Zweifel mehr an der mittlerweile erdrückenden Faktenlage zu entnehmen. Dies will ich dem US-amerikanischen Verteidigungsminister einmal zu Gute halten. Davon jedoch abgesehen ist Rumsfelds Formulierung in jedem einzelnen Satzfragment eine bodenlose Unverschämtheit. Mehr noch: sie ist ein neuerlicher, zwingender Grund für seine sofortige Entlassung aus dem Amt.

Nach allen bisher gewonnenen Erkenntnissen ist es schlicht dreist zu unterstellen, es habe sich nur um einige wenige Ausnahmefälle gehandelt, die sich allesamt innerhalb einer Dienstschicht abgespielt hätten. Mindestens ebenso dreist ist es zu insinuieren, es sei in gewisser Weise verständlich, wenn den Soldaten während dieser langweiligen Nachtschichten irgendwann irgendwelcher Blödsinn eingefallen sei. Rumsfeld erinnert mich an einen Vater, der die Bedeutung der Untat seines Sohnes herunterspielt, nachdem dieser das Nachbarhaus abgefackelt hat: »Hey, das war doch nur ein dummer Jungenstreich!«
Geradezu unverschämt aber ist es, das Geschehene zu relativieren, indem man es weit von sich schiebt, eben ans »andere Ende der Welt«. Der Irak war Rumsfeld nicht zu abgelegen, als es darum ging, den Krieg dorthin zu tragen. Im Nachhinein aber gleichenorts seine Aufsichtspflicht als Dienstherr zu erfüllen, dies empfindet der feine Herr als unzumutbar. Dass er deshalb keine Reue empfindet, mag man noch darüber hinaus als beleidigend auffassen. Unerwartet jedoch kann uns Rumsfelds vollständiger Magel an Sensibilität und Menschlichkeit nicht treffen.

Allein für seinen grenzenlosen Hochmut und seine unerträgliche Arroganz sollte Donald Rumsfeld hochkant aus dem Pentagon geworfen werden. Wenn er darüber hinaus auch noch selbst einräumt, keinen Einfluss auf seine Truppen gehabt, also schlicht und einfach als Verteidigungsminister versagt zu haben, frage ich mich entgeistert, was den Mann trotz zweier angeblicher Rücktrittsangebote noch immer auf seinem Stuhl hält.

Verhalten und die Rhetorik dieses politischen Tyrannosaurus Rex sind ein inakzeptabler Affront gegen die Intelligenz der gesamten Menschheit. Ich schäme mich für ihn; und mehr noch für die, denen der Mut fehlt, Old Rumsfeld den längst überfälligen Tritt in den Hintern zu versetzen.

*) Übersetzung des Rumsfeld-Zitats ins Deutsche aus der aktuellen papierernen Zeit

UB

Link mich: http://www.e-script.de/?p=1108533601

Kommentare

Liisa, 16.2.2005 um 12:02 h:

:(( ... Gestern abend zeigte ARTE einen Themenabend "Why we fight" über die Verquickung von amerikanischen Wirtschaftsinteressen und Kriegsführung. Da wurden auch manche Äußerungen abgelassen, daß einem die Haare zu Berge stehen. Klar wurde, daß es längst nicht mehr wirklich "politische" Interessen sind, die die USA lenken, sondern militär-industrielle. Ein Albtraum!

Ulf, 16.2.2005 um 20:52 h:

Das Erkennen der wahren Interessen im Hintergrund ist eine Sache, Liisa. Doch Rumsfeld ekelt mich aus einem anderen Grund an. Eine ganze Menge der »Movers & Shakers« auf unserem kleinen Planeten sind so sehr von sich selbst und ihrer außergewöhnlichen Wichtigkeit überzeugt, dass sie sich allen Ernstes und guten Gewissens außerhalb der für Normalsterbliche geltenden Regeln und Normen stellen. Rummy aber und einige andere mehr gehen noch einen Schritt weiter: Sie sind derartig überheblich, egozentrisch und unsozial, dass sie nicht nur für sich selbst ihre eigene Regeln aufstellen, sondern darüber hinaus nicht im Geringsten daran interessiert sind, ob der Rest der Welt das merkt. Läse Donald Rumsfeld meine Beschimpfungen, sie gingen ihm einfach am Arsch vorbei. Die Hunde bellen, aber die Karawane zieht weiter.

layla, 19.2.2005 um 18:56 h:

liebe leute zu dem thema bush und donald drecksfeld ist nicht sehr viel zu sagen denn wir können diskutieren, schreien und demonstrieren soviel wir wollen aber es hat keinerlei einfluss auf die "befreier" und "erlöser".ihr wisst doch angeblich will die usa nur das beste für die welt. aber dann stellt sich doch tatsächlich die frage wieso bush nicht diesen voll idjoten rumsfeld von seinem stuhl wegreist?hmmm ganz schön komisch es hieß doch das rumsfeld und bush bzw ganz usa für die freiheit und menschenrechte im irak kämpft aber dann wundere ich mich wie man solche fälle wie ABU GHARIB zulassen kann und noch schlimmer es akzeptiert und keinerlei reuhe zeigt. ach ne hab ich ja ganz vergessen> wenn man soooo lange in einem fremden land ist dann tut man ab und zu sowas dummes< ach jaja rumsfeld es könnte ja langweilig werden wenn man so lange weg von seinem ach so tollen und demokratischen land wie usa ist deswegen amputiert man einfach mal menschen die sowieso schon 1000 andere probleme haben oder man demütigt sie einfach in dem man ihre kultur und religion aufzieht und ihren stolz in den dreck zieht tja liebe usa wie ihr seht gibt es auch andere kulturen als die in amerika , ist das etwa verboten? für bush bestimmt.es ist einfach nur abscheulich wie man hunde auf wehrlose menschen hetzt oder sie sexuell zu demütigen.oder mein lieblingsfall weil ein amerikaner nicht genug sex hatte nahm er sich mal schnell ein 12 jähriges irakisches mädchen schlug sie und vergewaltigte sie anschließend.ja ja so sehr kämpft amerika für die welt.es ist bemittleidenswert wie bush immer wieder versucht sich aus der affaire zu ziehen.osama bin laden ging immer als der terrorist überhaupt weil er an dem wold trade center unglück beteiligt war bzw verursacher war. aber das was die usa mit irak macht ist kein terror?ich frage mich was für eine lebensvorstellung dieser bush hat.es ist wirklich schade dass die welt einfach so zusieht wie das alles geschieht.mein abschlusssatz hierzu lautet nichts weiter als:der gewinner dieser ganzen sache gegen den terror ist der "held"bush der verlierer ,nicht osama bin laden und auch nicht irak. naja wollen wir mal sehen was passieren wird wenn die usa den iran und nordkorea angegriffen hat. mal sehen was für einen vorwand er dafür hat.

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