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Donnerstag, 10.3.2005

Kriminelles II

©nast für Deutschland

In zunehmendem Maß reagiere ich allergisch auf Notizen zum Thema Arbeitsmarkt. Daher mag es rühren, dass mir in der jüngeren Vergangenheit die schrillen Stimmen wieder häufiger durch die Stirnkuppel zu hallen scheinen, die mit Nachdruck Geschlechtergleichheit verlangen. »Nur zehn Prozent des gehobenen deutschen Managements sind Frauen!«, rufen anklagend Nachfolgerinnen von Frau Schwarzer. Ich zucke die Schultern. Gerne überließe ich meinen Platz in der Entscheiderrunde einer Frau, sollte mir ein solcher je angeboten werden. Wer will schon mit all den Skandalbossen an einem Tisch sitzen.

Aber Hand aufs Herz: Gleichberechtigung gilt es nicht nur für Managerinnen durchzusetzen. Auch die ganz normale Frau von nebenan beansprucht für sich die gleiche Behandlung, die auch ihrem Gemahl zuteil wird. Zumindest in dieser Hinsicht darf die kämpferische Damenriege rechtzeitig zum diesjährigen Weltfrauentag bahnbrechenden Erfolg verbuchen.

Ulrike Meinemusi in StammheimGenau wie Messer-Michi und Razor-Ralphi darf endlich auch DVD-Ulli in den Knast. Denn die Unterhaltungsbranche weiß: Auch Frauen sind kriminell. Irgendwo in deutschen Arbeitszimmern und Kellern sitzen drei Millionen Verbrecherinnen, die schwarz Musik und Kintopp-Streifen kopieren, bis die Festplatte birst. Es ist an der Zeit, dem illegalen Treiben dieser neu entdeckten Silikon-Amazonen Einhalt zu gebieten, die den Stoff, aus dem die Träume sind, nicht im prallen Brustimplantat, sondern verborgen auf silbernen Scheibchen in schwarzen Sammelordnern mit sich tragen.

Der neue Sündenbock der Filmindustrie ist gar keiner, sondern eine Sündenziege. Die blickt auf dem jüngsten Hetzplakat zwar etwas belämmert drein. Aber lassen wir uns nicht täuschen. Die dümmliche Miene steht nicht für geistigen Tiefflug, sondern ist Konsequenz der Erkenntnis eigenen Fehlverhaltens. Vor ihrer Festnahme war Ullis Blick ganz sicher dreist und uneinsichtig. Das Ergebnis: fünf Jahre gesiebte Luft!

Es ist jetzt nur mehr eine Frage der Zeit, bis die Studios die eigentliche Zielgruppe der Kampagne erreichen. Ihr Antrag auf Herabsetzung der Altersgrenze für Strafmündigkeit steht unmittelbar bevor. Wann ist doch gleich Weltkindertag?

Mein harter aber gerechter Entwurf: Knast für CopykidsMeine dreifache Vaterschaft prädestiniert mich geradezu zum Gestalter der nächsten Folge der Plakatserie. Denn erstens beherrsche ich wie kaum ein anderer Erwachsener die Sprache der Kidz. Zweitens bin ich im Besitz unerschöpflicher Mengen an Fotos von schuldbewusst bis schwachsinnig dreinblickenden Minderjährigen verschiedener Altersstufen. Und drittens kann ich garantiert noch blödere Aussagen entwerfen als die Verantwortlichen für die bisherigen Versuche der Kriminalisierung Deutschlands.

Wenn ihr also in die nächste Runde eurer Diskriminierungsshow geht, ihr Harten aber Gerechten, klopft ruhig mal bei mir an. Denkt aber bitte daran: Meinen Entwurf von hier einfach mitzunehmen »ist nicht cool, sondern genau so ein Verbrechen wie DVDs klauen Tapeten runterreißen und auf dem Flohmarkt verkaufen«.

UB

Link mich: http://www.e-script.de/?p=1110452401

Kommentare

kathleen, 13.3.2005 um 2:07 h:

Dem ist nun wahrlich nichts hinzuzufügen.
Man sollte diese Leute am Fußgelenk aus dem Fenster hängen - tagelang.

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