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Gedanken, Geschichten, Ansichten und Einsichten. Beinahe ein Journal.


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Sonntag, 13.3.2005

Single Voodoo Parent

Alle Jahre wieder fährt die beste aller Ehefrauen mit ihrem Club der Lachamseln zum Skifahren und überlässt ihre Familie einem ungewissen Schicksal. Inzwischen genieße ich diese Tage. Nicht weil ich die Alte endlich mal los bin, sondern weil sich in Abwesenheit der Mutter zwischen Nachwuchs und Papa ein ganz ungewohntes, aber durchaus angenehmes Verhältnis entwickelt. Es ist so, als ob sie mir, und mehr noch sich selbst, beweisen wollten, wie erwachsen sie schon sind. Sonst üblicher Streit wird ersetzt durch erstaunliche Harmonie; so könnte es eigentlich immer laufen.

Tod am KüchenherdAbgesehen vom wundersam veränderten Familienleben gibt es in diesen wenigen federleichten Tage für den Hausmann auch andernorts stets Erstaunliches zu beobachten. Im vergangenen Jahr galt es, Wirren um die skandalöse Doppelidentität Don Dahlmann  Belle de Jour geistig zu verarbeiten, diesmal schockiert mich Frau Nelly mit einer Begegnung der dritten Art.

Schade ist nur, dass mein Gesundheitszustand diese Bezeichnung in keiner Weise verdient hat. Das halbe Wochenende habe ich verpennt und fühle mich doch gerädert, als hätte ich einen vollständigen Ironman hinter mir. Am Samstag wurde mir beim nachmittäglichen Videoglotzen mit den Kids klar, dass ich eine Fehlgeburt bin. Aus einem bemerkenswerten Aldi-Video von National Geographic erfuhr ich, dass das Blut von Krokodilen und Alligatoren bereits von Natur aus mit Antibiotika versehen ist. Als urzeitlicher Riesenechse ginge es mir jetzt besser!

Weil ich aber über keinen Schuppenpanzer und über keine körpereigenen Medikamente verfüge, bleibt mir nicht anderes übrig, als die Tage in die Tonne zu treten. Sogar das gemeinsame Kochvergnügen, sonst unumstrittene Höhepunkte unserer mutterlosen Wochenenden, wurde zum Flop. Pfannenkuchen satt, lecker Kartoffelauflauf, selbst geschichtete Hamburger; und ich appetitlos und mit mehreren Messern in der Brust.

Man richte mir bitte ein gemütliches Eckchen zum Sterben

UB

Link mich: http://www.e-script.de/?p=1110711601

Kommentare

vasili, 13.3.2005 um 21:21 h:

ich kannte mal ein krokodil aus afrika. naja, eigentlich kannte ich jemanden, der ein krokodil aus afrika kannte. aber das ist eine andere geschichte.

jedenfalls gute besserung!

Ulf, 13.3.2005 um 22:02 h:

Mann dankt. Und hofft, dereinst mehr erfahren zu dürfen über jemanden, der ein Krokodil aus Afrika kannte. Hier oder auch wie geschmiert mit Blog-O-Tronic. Ziehe mich jetzt zurück in meinen gemütlichen Plätschersarg.

Nachtrag Ulf, 14.3.2005 um 9:26 h:

Nein, der Voodoomann ist keine Fotomontage, liebe Mailschreiber. Man kann ihn tatsächlich käuflich erwerben. (Gefunden beim Forastero.)

sonrisa, 14.3.2005 um 20:02 h:

Komm doch rasch mal rüber nach Tijuana, ich sach den Mädels Bescheid, dann führen die einen unserer beliebten hawaiianischen Fruchtbarkeitstänze in deiner Gesellschaft auf. Wirst schon große Augen staunen, wie schnell du da wieder gesundest :).

Ulf, 14.3.2005 um 23:08 h:

Bin ja eh schon wie ein Kojote: ständig an der Grenze bei Tijuana herumlungernd und nach einem leckeren Happen Ausschau haltend. Aber auch: unterernährt, verlaust, zerlumpt, die Räude im Pelz. So vagabundiere ich durchs Leben, immer hoffnungsschwanger, Fußtritten ausweichend, aber letztlich doch nicht unterzukriegen

sonrisa, 15.3.2005 um 0:34 h:

... bei solchen Worten wird mir ganz warm ums Herz. Man sollte statt ein Jahr Militärpflicht, ein Jahr Vagabundentum zur staatsbürgerlichen Pflicht erheben, das würde vieles in Bewegung bringen.

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