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Gedanken, Geschichten, Ansichten und Einsichten. Beinahe ein Journal.


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Dienstag, 15.3.2005

X-Müll mit Anspruch?

Man soll ja nicht immerzu meckern. Ab und an lässt sich sogar den unangenehmen Seiten des Lebens etwas Positives abgewinnen. Beispielsweise sind zwar die wohlbekannten Werbebotschaften, in denen man(n) zum Besuch pornografischer Webseiten aufgefordert wird, annähernd zu einhundert Prozent widerwärtigen Inhalts. Wie die Versender auf die Idee kommen, mit derlei Getriefe und Geschrubbe Interessenten für ihre angeblich internetten Seiten gewinnen zu können, ist mir selbst in verzweifelter Lage vollkommen schleierhaft. Um so überraschter war ich nach einem Blick auf die jüngste der Lustbotschaften.

Das Wording unterschied sich zwar in keiner Weise vom üblichen Schrott. Aber die Räkeldame, die als grafischer Aufreißer mitgeliefert worden war, ließ meinen Mauszeiger auf dem Weg zum Löschknopf erstarren. Denn abgesehen von der handelsüblichen Pose hatte das Foto schon beinahe künstlerischen Wert.
 
Schattenspiele?

Statt in grelle Detailbeleuchtung hatte der Knipser die Dame in den Schatten eines Rouleaus getaucht. Wie topografische Linien zogen sich die Schattenlinien der einzelnen Lamellen von Kopf bis Fuß über die Haut des Modells. Endlich mal etwas anderes; beinahe möchte man sagen: gekonnt!

Ja, meine lieben X-Müll-Spammer, nehmt euch bitte ein Beispiel an diesem Exemplar. Wenn ihr dann auch noch in der Lage wäret, einen halbwegs erotischen Text mitzuliefern, dann würde man(n) eventuell in Versuchung kommen, euren Kram wenigstens kurz durchzusehen statt ihn sofort in die Tonne zu treten.

Aber wahrscheinlich war das nur ein unbeabsichtigter Ausrutscher.

UB

Link mich: http://www.e-script.de/?p=1110916801

Kommentare

sonrisa, 15.3.2005 um 22:59 h:

Ich glaube diese Mails zielen mehr auf eine Zielgruppe, die den Weg zu den entsprechenden Seiten ansonsten nicht alleine finden würden. Hab mir schon überlegt, ob ich (natürlich nur angesichts meiner prekären Lebenslage, das Steueraufkommen von Tijuana liegt bei - 20 Tijuana Dollars) sowas nicht selber verbreite, aber gleich mit einem Bonus Gutschein für preisermäßigte Senioren-Internetkurse verbinde ... seufz, oder haben sie noch`n paar gute Ideen zur Alternative?

Ulf, 16.3.2005 um 10:02 h:

»Internetkurse für Senioren«? — Für Witwer, die nach der freudlosen Ehe endlich nachholen wollen, was sie sich ein Leben lang nicht getraut haben? Für Ehemänner, deren kommunikative Verbindung zur Frau sich wie ein Besetztzeichen im Telefonhörer darstellt, die sich aus lauter Frust am Leben den Pornomist antun? Eskapismus für ein Stündchen?
Tu dir das lieber nicht an. Das könnte abfärben. Schreib doch lieber was. Verbalprostitution für Geld, oder so?

Kristof, 16.3.2005 um 14:49 h:

Das da oben ist doch bestimmt nur ein Ausschnitt ...

Ulf, 16.3.2005 um 15:24 h:

Ertappt. Mit Rücksicht auf meine minderjährige Leserschaft, sowie auf zart besaitete Passanten habe ich mich dazu durchgerungen, lediglich 128 der 640 Bildpunkte zu veröffentlichen, die das Original an Ausdehnung in Y-Richtung vorzuweisen hatte. Was die junge Dame auf dem Rest des Bildes treibt, kann sich jeder halbwegs fantasiebegabte Erwachsene problemlos vorstellen. (Ich bitte aber darum, dabei nicht die topografischen Oberflächenlinien zu vergessen!)

Kristof, 17.3.2005 um 0:02 h:

Ahhh. Ja.

Ich bin phantasiebegabt.

Roland Mueller [@], 17.3.2005 um 13:23 h:

Ich seh' schon... Eingedenk dieser Diskussion sollte ich mir wohl einen weniger effizienten Spamfilter anschaffen ;-)

Ulf, 17.3.2005 um 13:45 h:

Oh, mein Spamfilter ist schon auch recht effizient. Aber ab und an blättere ich doch durch meinen Müllordner; es könnte ja versehentlich etwas Ernsthaftes aussortiert worden sein.
Das ist wie im richtigen Leben: Die Publikationen des Blitztip Verlages wandern aus dem Briefkasten direkt in die Papiermülltonne. Auf dem Weg dorthin sehe ich trotzdem immer noch einmal nach, ob nicht etwa ein Kuvert zwischen die zahllosen Werbebeilagen gerutscht ist.

sonrisa, 17.3.2005 um 21:41 h:

Was sollte da denn abfärben? Nackische Mädchen anschaun kann ich auch so schon. ... Wem soll ich denn was schreiben? Ich würde mir für alles mögliche gegen Bezahlung prostituieren, es mangelt nicht an Willen, eher an Gelegenheit.

Ulf, 17.3.2005 um 21:53 h:

Abfärben könnten der Eskapismus, die Freudlosigkeit der potenziellen Kundschaft, nicht deren Gewohnheiten. Wäre schade drum, deshalb mein Schreibvorschlag. Schreibe nicht an jemanden, sondern für jemanden, für die Leserschaft. Wie war das nochmal? Vom Bloggen leben?

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