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Mittwoch, 23.3.2005

Menschenrecht auf den Tod?

Terri Schiavo

Darf der Ehemann einer Amerikanerin, die seit fünfzehn Jahren im Koma liegt und deren Großhirn längst funktionsunfähig ist, das Recht auf den Tod für seine Frau einfordern? Über Widersprüche, die zu dieser Frage insbesonders in US-amerikanischer Argumentation bestehen, hat Anke Gröner lesenswerte Gedankengänge aufgeschrieben.

Terri SchiavoNatürlich gebe auch ich Anke Recht. Angesichts der Grundsatzdiskussionen um den »Fall Terri Schiavo« drängt sich jedoch eine ähnlich gelagerte Petition in meine Gedanken zurück, die vor drei Jahren in Europa für Furore sorgte. Damals klagte Diane Pretty vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte um die Genehmigung sterben zu dürfen. Die europäische Institution entschied im Mai 2002, dass es für Europäer kein Menschenrecht auf den selbst gewählten Tod gibt. Dem Ehemann Dianes hätten bis zu 14 Jahren Haft gedroht, hätte er seiner sterbewilligen Frau in den Tod geholfen.

Grenzüberschreitende Betrachtungen zeigten im Fall von Diane Pretty, dass sie als Europäerin schlichtweg im falschen Staat lebte. In Holland hätte sie ganz einfach ihren Arzt darum bitten können, sie zu erlösen. In der Schweiz und Deutschland hätte sie ebenfalls um Hilfe bitte dürfen, den letzten, tödlichen Schritt jedoch selbst unternehmen müssen.
Im Gegensatz zu Terri Schiavo war Frau Pretty jedoch in der Lage, ihrem eigenen Willen sterben zu dürfen Ausdruck zu verleihen. Der Ehemann Terris hätte es also vermutlich in den meisten Ländern Europas noch schwerer als in den USA, die künstliche Ernährung seiner Frau einstellen zu lassen. Schließlich liegt von Terri selbst keine Aussage vor, der ihre Zustimmung zu entnehmen wäre.

»In einem zivilisierten Land mit freiheitlich-demokratischer Rechtsstruktur muss es möglich sein, unabhängig von dogmatischer Bevormundung zu leben und zu sterben.« — Diese Grundforderung der Deutschen Gesellschaft für Humanes Sterben lässt sich durchaus begründen, wenn man die Gedankengänge sowohl in Ankes aktuellem, als auch in meinem früheren Posting nachvollzieht. Voraussetzung für eine solche Selbstbestimmung ist jedoch gerade in westlichen Demokratien das Vorliegen einer entsprechenden schriftlichen Verfügung. Denn auch wenn deren juristische Durchsetzbarkeit fraglich bleibt, gilt zumindest: Ohne rechtzeitige Willenserklärung gibt es kein Recht auf den eigenen Tod.

Diane Pretty starb übrigens am 11. Mai 2002 in einem britischen Krankenhaus »eines natürlichen Todes«, gut eine Woche nachdem ihr der europäische Gerichtsentscheid das Recht auf ein selbstbestimmtes Lebensende abgesprochen hatte. Und Terry Schiavo wird in den nächsten Tagen ebenfalls sterben dürfen; mit dem Segen der US-Gerichtsbarkeit.

UB

Link mich: http://www.e-script.de/?p=1111586033

Kommentare

Claus, 24.3.2005 um 12:11 h:

"Sie wird verhungern und verdursten dürfen" meintest du sicherlich, oder?
Wenn Sie nun also nach deiner und Frau "ich mochte ihren Aufsatz überhaupt nicht" Gröners Meinung bereits Tod ist (da ja das Großhirn abgestorben ist und alle Regungen nur Reflexe), wieso ist es dann eigentlich noch so wichtig, ihr auf jeden Fall noch den Rest zu geben, solange ihre Eltern sie weiter pflegen wollen?
Wenn das Großhirn der entscheidende Faktor ist ob jemand noch lebt oder nicht, dann stören die lebenserhaltenden Maßnahmen Frau Schiavo bereits nicht mehr. Lebt sie noch, dann zieht das "aber das Großhirn ist doch abgestorben"-Argument nicht.
Wenn sie das verhungern / verdursten nicht spürt, dann spürt sie auch das "ich liege hier seit 15 Jahren hilflos herum" nicht.
Merkt sei beides, dann ist das Absterben des Großhirns meiner Meinung nach nicht besonders bedeutungsvoll. Niemand kann wirklich wissen, ob sie ihr aktuelles Leben lebenswert erachtet oder nicht, sofern sie es denn überhaupt noch mitbekommt.
Und bitte sehr: wenn schon töten, dann kurz und schmerzlos. Diese Gnade wird selbst einem Haustier oder angefahrenen Reh gewährt. Meiner Meinung nach sollte übrigens dann dazu auch bitte derjenige den Schuß, die Spritze oder das Gas abgeben / verabreichen, der sich so sehr um den Tod des vor ihm liegenden Menschen bemüht hat.
Ich sehe keinen Grund dafür, dass sich "Unschuldige" mit dieser wie auch immer zu bewertenden Tat belasten sollten.

Ulf, 24.3.2005 um 20:14 h:

Klammheimlich hatte ich ja gehofft, dass du etwas dazu schreiben würdest, Claus. — Eine interessante These: Niemand weiß mit Sicherheit, ob Terri etwas empfindet und wie sie gegebenenfalls ihre eigene Situation empfindet. Also darf sich auch niemand anmaßen, ihr Leben zu beenden.

Selbstverständlich respektiere ich deinen Standpunkt. Er steht ja auch vollkommen im Einklang mit der deutschen Gesetzgebung. Ohne unmissverständliche Willenserklärung des Betroffenen selbst gibt es keine legale Sterbehilfe.
Allerdings versuche ich die Angelegenheit sozusagen aus dem aktuellen Blickwinkel Terris zu beurteilen.
Angenommen ich könnte in ihrer Situation tatsächlich keinen Gedanken mehr fassen, angenommen ich wäre »emfindungsloses Gemüse«: Ich hoffte inständig, jemand nähme sich meiner an und beendete die schaurige Situation. Denn eine Patientenverfügung habe ich (noch) nicht verfasst. Dies ist ein Versäumnis, für das ich keine Erklärung habe.
Alternative Annahme: Ich hätte in Terris Situation noch Empfindungen, könnte irgendwo tief in mir in irgendeiner, mir jetzt nicht begreiflichen Form tatsächlich Gedanken fassen? Nach fünfzehn Jahren ohne Außenaustausch, allein mit mir und meinen (wie auch immer beschaffenen) Gefühlen würde ich mir ebenso wünschen, jemand hätte den Mumm, mich aus dieser Existenz zu entlassen.

Davon bin ich überzeugt und deshalb halte ich auch die Entscheidungen im Sinne von Frau Schiavo für richtig.

Ach ja, noch etwas: Gnadenschuss statt Hungertod? — Ich weiß nicht. Ganz ehrlich nicht.

Kristof, 24.3.2005 um 20:44 h:

Ein Gnadenschubser wäre m.E. tatsächlich konsequent.

However: So eine Patientenverfügung ist leicht erstellt kann für die Angehörigen sehr hilfreich sein. Ich möchte nämlich nicht eine solche Entscheidung treffen.

Ulf, 24.3.2005 um 21:41 h:

Richtig, Kristof. Wenn ich schon herumsülze und um den Gnadenstoß bitte, sollte ich schon auch konsequent sein. Sonst vegetiere ich irgendwann tatsächlich einmal dahin, und niemand erbarmt sich meiner. (Ich gehe mal davon aus, dass dieser Eintrag samt Kommentaren rechtlich nicht als explizite Willenskundgebung gelten würde.)

Ursa, 26.3.2005 um 19:19 h:

Ich finde es geradezu schaurig, jetzt bis zu 2 Wochen zuzusehen, wie Terri verdurstet.
Ich denke, dem Ehemann geht es irgendwie um Geld, das er erben will. Sonst würde er sich wohl scheiden lassen und den Eltern die Pflege überlassen. Diese wollen ja Terri pflegen und das sollen sie dann auch. Es kommt noch soweit, daß kurz vor Terris Tod wieder medizinische Intensivmaßnahmen ergriffen werden...Wenn vielleicht die Nieren geschädigt sind. Übrigens weiß Keiner, was Terri tatsächlich noch mitkriegt... Es ist ganz entsetzlich, was da abläuft...

Jennifer A, 26.3.2005 um 20:13 h:

Ich bin seit Jahren der Meihnung das Michael Schiavo nur die Lebensversicherung kassieren will.Ich verstehe nicht das dem Ehemann recht gegeben wird vor Gericht und damit den Eltern das Kind genommen werden darf.Terry hat doch ein Recht auf Leben.Ich glaube nämlich das jemand der im Koma liegt seht wohl was von dem mitbekommt was um ihn herum passiert , ich bin Altenpflegerin in einer geschlossenen Psychiatrischen einrichtung gewesen und auch dort haben wir eine Bewohnerin die im Wachkoma liegt die aber trotzdem wieder gelernt hat feste NAhrung zusich zunehmen und dir Flüßigkeit bekommt sie über eine Magensonde.Wenn man mit ihr redet lacht sie oder schaut traurig und das macht doch kein Mensch wenn er nix mitbekommen würde.Auch in den Videoaufnahmen von terry die im TV liefen sieht man doch eindeutig das sie lächelt wenn ihre eltern am bett stehen und das sie regungen zeigt.Ich verstehe das Gericht in Amerika nicht.

Andrea [@], 27.3.2005 um 8:56 h:

Hallöle,
habe mir einige Webseiten aus Amerika durchgelesen und Hintergründe erfahren können.
Diese Frau hatte vor dem Koma ein aktives Leben in dem es mit dem Ehemann heftige Auseinandersetzungen gab.
Es wird berichtet, dass sie kurz vor dem Kollaps Freunde und Verwante über den Streit informiert hat und Angst hatte dass Ihr Mann sie töten will.
Stunden danach lag sie regungslos im Flur des Hauses.
Nachdem sie im Krankenhaus war,
wurden spendengelder für Rehabilitation gesammelt,
die aber nie für die Behandlung ausgegeben wurden.
Hier das Original aus den USA:
One February night, Terri made a brief visit to see her brother. Physically, she was fine. She told a friend that she and Michael had had a big argument and she was thinking of a divorce. Her friend asked her to spend the night with her, but Terri refused. Some hours later, Terri lay collapsed and unconscious on the floor of her home.
Ten years ago, a medical malpractice case awarded $750,000 for her rehabilitation. But her husband (and guardian) has since forbidden any attempts at rehabilitation. For years, Terri has been languishing while her husband seeks court approval to kill her. In fact, he’s spent over half her rehabilitation money paying attorneys in an attempt to starve and dehydrate Terri by removing her feeding tube. Her parents’ heroic determination to fight Mr. Schiavo has helped Terri survive two such attempts.
Möchte nicht wissen, welche Gelder im Moment so in ihrem Namen verwaltet werden.
Der ganze Vorgang ist unvorstellbar und erschreckend.
Weiterhin wurden Fälle aufgezeigt,
in denen ähnliche Patienten nach 20 Jahren aus dem Koma erwacht sind.
Bei denen wurde eine emense Gehirnschädigung aufgezeigt, die jedoch komischerweise nun dazu führen,
dass diese Menschen ganz selbständig leben können.
Quelle:
Think of the times when doctors (or the courts) have been proven wrong:

- Patricia White Bull awoke from an "irreversible" coma after sixteen years.

- Terry Wallis awakened from another "irreversible" coma after nineteen years.

Kurz nach dem Kollaps ging ihr Ehemann eine neue? Verbindung ein und hat nun zwei eigene Kinder.
Es gibt Beschreibungen von Ärzten (im Internet) die Beschreiben, wie diese Frau auf Ansprache reagiert hat.
Sie hat die Augen geöffnet und zu dem Arzt geschaut.
Wenn man sich Bilder von ihr ansieht,
gibt es einige Blicke die starr sind und andere die nicht starr wirken.
Ich finde das ganze recht merkwürdig.
Wenn die Rechtslage so ist dass sie sterben darf,
wieso hilft ihr dann keiner dabei?
Es wird keiner direkt eingreifen weil er sich dann strafbar machen würde.
Da wiederspricht sich dann das Gesetz.
Sie stehen jetzt daneben und der eine hofft auf Überleben und der andere denkt:"Nun gib schon auf"
Ob sich diese Frau das so vorgestellt hat?

Thomas Nephew [@], 28.3.2005 um 15:07 h:

Das ist alles reinste Verleumdung vom Michael Schiavo. Und alles -- aber auch alles -- wurde von Gerichten betrachtet und als Grund abgelehnt, Frau Schiavo's Wuensche abzulehnen. Es geht darum, wer entscheiden darf: Frau und Herr Schiavo als Ehepaar, oder alle moegliche sonstige Menschen (Eltern da miteingenommen) die ploetzlich bei dieser Entscheidung Vorrang haben wollen. Ich bin auch "fuer" Terri Schiao: naemlich fuer ihr Recht, ihre ehemalige Entscheidung durchgefuehrt zu haben.

Kerstin, 28.3.2005 um 21:59 h:

Wie können Ärzte die Magensonde entfernen und damit Terri qualvoll umbringen??? Die Ärzte haben doch den Eid zur Hilfe von Kranken geleistet. Wie kann nur der Mann von Terri sie soooo quälen???? Er soll sich mal vorstellen, dass er seit dem 18. 3. keine Nahrung und keine Flüssigkeit mehr bekommt! Wie würde er sich da wohl fühlen???
Mich macht diese Quälerei, die die Amerikaner mit Terri machen, soooo wütend und ich bin auch sehr traurig, dass man nichts für Terri hier tun kann.
Wenn Terri nicht mehr leben will, dann würde sie seit dem 18. 3. völlig ohne Ernährung und Flüssigkeit sicherlich nicht mehr leben. Dieses Verhalten gegenüber Terri, sie lebendig verhungern und verdursten zu lassen, haben die Nazi leider bei vielen Menschen angewandt.
Sogar Häftlinge, die zum Tode verurteilt sind in den USA, bekommen bis zum letzten Lebenstag Essen und Trinken. Was hat Terri denn verbrochen, dass sie soooooooo unmenschlich behandelt wird und dass bei ihr Praktiken des Verhungern und des Verdurstens der Nazis angewandt werden?
Für mich lebt Terri noch, sie kann sich leider nur nicht selbst äußern. Sie kann selbst atmen, sogar ohne Nahrung und Wasser seit dem 18. 3.
Ich habe schon mehrmals gebetet, dass Terri wieder ernährt wird und dass sie aus dem Wachkoma erwacht.

vasili [@], 29.3.2005 um 11:02 h:

schön, dass sich doch noch jemand gefunden hat, der den nazi-vergleich auspackt.

LunaMarie, 29.3.2005 um 12:30 h:

Also, was die patientenverfügung angeht, die hier so oft erwähnt und als so leicht zu erstellen beschrieben wird; Dem ist NICHT so! Das Ding muß möglichst JEDES Jahr erneuert werden. Am besten noch von einem Notar beglaubigen lassen und KLAR definiert sein! Und ob ein Arzt die Patientenverfügung dann berücksichtigt??? Schließlich hat Er ja einen Eid abgelegt zu helfen... Und lasst Euch sagen; Ärzte geben so gut wie NIE auf! Ich bin Krankenschwester und weiß wovon ich rede....
Was Terri angeht, es ist mehr als menschenunwürdig Sie so sterben zu lassen, da schließe ich mich Kerstin an. Nur denke ich, kann und darf man das auf KEINEN Fall mit den Praktiken der Nazis vergleichen!
Ich jedenfalls möchte weder so dahinvegetieren noch so sterben wie Terri! Nur was ist in Ihrem Fall richtig und was falsch? Wenn Ihr Mann es wirklich nur auf Ihr Geld abgesehen hätte, dann würde Er sich NICHT 15 Jahre die Mühe machen und für Ihren Tod kämpfen! Was die Eltern angeht: Sie können NICHT akzeptieren das Ihre Tochter für Sie verloren ist! Sie bedenken nicht, das Sie Sie irgendwann NICHT mehr pflegen können und WAS dann????
Ich denke, Terri sollte sterben dürfen. Aber NICHT so!!!

Walter, 29.3.2005 um 16:31 h:

Meine Frau lebt seit 1991 nach einem Anästhesiefehler bei der Geburt unseres Sohnes im Wachkoma. Sie lebt bei uns zu Hause. Wir führen sicher ein anderes Leben, als wir es uns gewünscht haben - aber es ist trotzdem Leben und nicht Dahinvegetieren. Ich mag dieses Wort einfach nicht mehr hören!

Voraussetzung ist liebevolle Pflege und Zuwendung. Wir wissen, dass meine Frau leben will. Wir wissen auch, dass sie keine Schmerzen hat, weil sie uns deutlich zeigen kann, wenn sie Schmerzen empfindet. Genauso deutlich zeigt sie uns, wenn sie sich wohl fühlt: bei Ausfahrten im Rollstuhl, beim Hören von Musik, beim Berühren und beim Zuhören. Unsere Aufgabe ist es, die Voraussetzungen für ein anderes - aber lebenswertes - Leben zu schaffen. Und wir haben immer noch Hoffnung, dass meine Frau wacher wird - auch nach 14 Jahren erreichen wir kleine Fortschritte. Das reden wir uns nicht ein und das ist auch nicht die Bedingung für das, was wir tun.

Eines weiß ich genau: wenn ein Mensch die Intensivstation "überlebt" hat, will er leben. Dann haben wir kein Recht, diesen Willen in Frage zu stellen. Es ist einfach falsch zu glauben, dass man einen Menschen gegen seinen (vermeintlichen) Willen jahrelang am Leben halten kann und ihm damit sein Recht auf das Sterben nimmt.

Patientenverfügungen sind für diese Fälle keine Lösung, weil alle Erfahrungen zeigen, dass ein Mensch in der Situation, die für ihn vermeintlich nicht lebenswert ist, dann eben doch leben will (vgl. z.B. ALS-Patienten, Voraussetzung ist Palliativmedizin, falls notwendig). Patientenverfügungen mögen sinnvoll sein, wenn das Sterben tatsächlich begonnen hat.

Die Frage an unsere Gesellschaft ist, ob wir Schwerstkranken die emotionalen und materiellen Vorausetzungen für ein "lebenswertes" Leben geben wollen.

Kati, 1.4.2005 um 15:53 h:

Wie nun bestimmt schon alle wissen, wurde diesem Trauerspiel gestern Nachmittag ein ende gesest als Terri dann endlich starb.
Ich selbst hätte für mich auch nicht gewollt, dass ich dann so dahinsterbe, aus diesem Grund habe ich auch schon recht früh ein Patiententestament gemacht, in dem steht, dass nach vier wochen die Maschinen ausgeschaltet werden sollen. Doch die Art wie nun diese Frau sterben musste finde ich Menschenunwürdig. Sie verhungern und verdursten zu lassen ist doch nun wirklich nicht mehr schön.
Natürlich kann ich auch die sicht des Mannes verstehen, sofern er sie denn wirklich noch liebt, was bei manchen Informationen recht fragwürdig ist, denn er sieht sie nun schon 15 Jahre in diesem Zustand und ich kann mir vorstellen, dass es für ih auch nicht leicht ist. Doch ich kann auch nicht verstehen, wie es sein kann, dass der Ehemann mehr entscheidungsrecht über ihren Tod hatte als ihre eigenen eltern. Sie wären meiner Meinung nach die einzigen die diese Entscheidung hätten treffen dürfen. Obwohl eigentlich niemand entscheiden darf ob nun jemand noch leben darf oder nicht. Ok in diesem Fall kann die betroffene es nicht selbst entscheiden und hatte ja leider auch kein Patiententestament gemacht. Aber sich nun nur auf die Aussage ihres Mannes zu stützen, der sagt, dass sie so nicht hätte leben wollen, weil sie es gesagt hat ist doch etwas mager.
Außerdem ist immernoch fraglich ob sie überhaupt was mitbekommt. Ich kann mir nämlich nicht vorstellen (es geht einfach über meinen Verstand), dass man so halb Tod sein kann. Wie soll das den gehen, entweder man ist Tod, oder man lebt noch und ich glaube sie lebte noch.
Vielleicht konnte sie nicht mehr aktiv am Leben teilnehmen, aber sie reagiert ja noch irgendwie und deshalb glaube ich ist es doch recht brutal, sie einfach so verhungern zu lassen. Wenn hätte man sie echt kurz und schmerzlos sterben lassen sollen. Mit Gift oder sont etwas, aber doch nicht so. Vorallem, wenn die eltern es durchgesetzt bekommen hätten, dass sie wieder ernährt wird, dann hätte sie doch noch mehr Schäden gehabt.
Aber dies ist auch wieder eine endlose Diskusion, wie zu Thema Abtreibung, denn da gibt es ja auch die Frage, ab wann lebt man und hier ist die Frage einfach bis wann lebt man.

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