Leser seit April 2002
Gedanken, Geschichten, Ansichten und Einsichten. Beinahe ein Journal.


Hinweis: Die Gestaltung wurde mit Rücksicht auf unterschiedliche Bildschirmauflösungen und Ausgabemedien, sowie auf sehbehinderte Besucher ausschließlich auf Basis von Cascading Style Sheets realisiert. Da Sie CSS deaktiviert haben, oder einen Browser benutzt, der diese nicht oder nur teilweise umsetzen kann, müssen Sie leider auf Gestalterisches und auf eine besucherfreundlichere Anordnung der einzelnen Abschnitte weit gehend verzichten. Die Textinhalt sind allerdings ohne Einschränkungen auch ohne CSS zugänglich.


Freitag, 15.4.2005

Brave New World

Gute Zeiten, schlechte Zeiten

Die ZeitDie Zeit optimiert die Verwertung ihrer Archive. Vorbei sind die Zeiten, in denen man einfach einen dicken Packen Papier vom Kiosk mit nach Hause nahm, voll gut recherchierter und immer interessanter Artikel. Mehr hatte man als Leser der Zeit nicht zu erwarten und wollte man auch gar nicht haben. Allerhöchstens fand sich ab und an ein Abonnementformular der Wochenzeitung als Beileger. Im Laufe der Zeit gab es dann allerdings auch Werbemittel von seriöseren Fremdanbietern zu bestaunen, beziehungsweise zu entsorgen, etwa von World Vision. Ende des vergangenen Jahres läutete der ZEIT-Verlag schließlich eine Verkaufsoffensive mit eigenen Zusatzprodukten ein.

»Neue Geschäftsfelder« der Zeit
»Neue Geschäftsfelder« der ZeitZunächst einmal kam zusammen mit der Zeitung der erste Band eines ZEIT-Lexikons daher. Auf zwanzig Bände war das Werk ausgelegt, abgesehen vom als Einstiegsdroge gedachten ersten Teil sollte ein jeder Folgeband zwischen dreizehn und fünfzehn Euro kosten, je nach Bezugskanal. Als ganz besonderes Qualitätsmerkmal des Lexikons wurde die Ergänzung des Nachschlagswerkes um ausgewählte Artikel aus dem Archiv der Zeitung erwähnt.

Kurz darauf erschien die erste Ausgabe eines neuen Magazins: ZEIT-Wissen. Die erste Folge der vierteljährlich erscheinenden Publikation lag auch in diesem Fall zum Anfixen der Wochenzeitschrift kostenlos bei. Doch kaum ist nun Teil zwei von ZEIT-Wissen zu fünf Euro im Handel erschienen, jagt der Zeit-Verlag bereits das nächste Produkt hinaus in die feindliche Welt des Konsumverzichts. Am vergangenen Donnerstag fand ich zwischen den Seiten der letzten Ausgabe des Originals erneut eine Magazinbeilage, ZEIT-Geschichte mit dem so treffenden Untertitel »Die Stunde Null« auf dem Einband. Übrigens ist auch in diesem Heftchen unter den Artikeln ein Beitrag aus dem Zeit-Archiv von 1984 zu finden. Für historische Informationen soll der Lesehungrige ZEIT-addict alle drei Monate viereinhalb Euro springen lassen.

Zu all dem Gedruckten kommt noch das digitale Angebot des Verlages. Vieles dort ist kostenfrei, etwas mehr als die Hälfte der Artikel aus der Papierversion ebenso wie eigene, nur im Netz der Netze verfügbare Inhalte. Für die Leserschaft vielleicht am interessantesten ist die Tatsache, dass es inzwischen zwölf (offizielle) Weblogs von ZEIT-Redakteuren gibt, die mit der Technik von blogg.de betrieben werden. Qualität und Originalität sind so lala; in einige habe ich bisher hineingelesen und nach einiger Zeit wieder aus der Blogroll verbannt.

Abgesehen vom kostenlosen Angebot im Netz bietet die Zeit – fast möchte man schon schreiben: natürlich – auch bezahlte Leistungen an. Der Premiumdienst, gratis für Abonnenten der Papierausgabe, kostet alle anderen sieben Euro im Monat. Dafür kann man sich »ausgewählte Artikel von professionellen Sprechern vorlesen lassen«, zum Beispiel während der Autofahrt. Außerdem gibt es Zugriff auf die vollständigen Inhalte der Druckversion in digitaler Form, sowie auf einige Artikel bereits am Vortag des Erscheinens. Wer Zeitung lieber auf dem PDA liest, kann sich einige Inhalte der Zeit auch in dessen Speicher laden.

Habe ich noch irgendein Format übersehen? — Puh, ich will mal ganz ehrlich sein. Zwar bin ich fanatischer Leser und Abonnent des papierenen Originals. Der gewaltigen Informationsoffensive des Zeit-Verlages fühle ich mich jedoch nicht gewachsen. Nein, meine Lieben: ich habe euer Lexikon geprüft, in beide Magazine hineingelesen, ein paar Weblogs ausprobiert und nichts gefunden, was mich vom Hocker gerissen hätte. Das soll keineswegs heißen, dass eure Angebote nichts taugten. Aber Frequenz und Menge dieser Wissensschwemme überfordern mich, die meinen und unsere Geldbeutel ganz schlicht und einfach.

Übrigens: Zum Thema »Brave New World« gibt es bei E-Script noch weitere 28 Geschichten. Interessiert? — Titelliste einblenden.

UB

Link mich: http://www.e-script.de/?p=1113560974

Kommentare

Ulf, 17.4.2005 um 22:33 h:

Menno, wieso sagt denn keiner, dass dieser Eintrag mit dem MS IE einfach Sch€¡$$e aussieht …

Kristof, 17.4.2005 um 23:46 h:

Mit dem *was*?

Ulf, 18.4.2005 um 7:15 h:

Ja genau: »Mit dem was?« — Nur durch Zufall entdecke ich bei einem Bekannten am Bildschirm die total verrutschte Grafik im Exploder, die ja immerhin noch sechzig Prozent der Besuchermassen zu Gesicht bekommen, die hier hereintrudeln.

(Knoten ins Taschentuch: Zukünftig wieder mehr Text, weniger Bild. Und wenn schon Bild, dann zumindest keine Experimente mit der Positionierung.)

Christian, 18.4.2005 um 13:36 h:

Mikro Soap Indernedd Exploaded.
Ich dachte es wär Absicht =:-)

Kommentar abgeben: