Leser seit April 2002
Gedanken, Geschichten, Ansichten und Einsichten. Beinahe ein Journal.


Hinweis: Die Gestaltung wurde mit Rücksicht auf unterschiedliche Bildschirmauflösungen und Ausgabemedien, sowie auf sehbehinderte Besucher ausschließlich auf Basis von Cascading Style Sheets realisiert. Da Sie CSS deaktiviert haben, oder einen Browser benutzt, der diese nicht oder nur teilweise umsetzen kann, müssen Sie leider auf Gestalterisches und auf eine besucherfreundlichere Anordnung der einzelnen Abschnitte weit gehend verzichten. Die Textinhalt sind allerdings ohne Einschränkungen auch ohne CSS zugänglich.


Freitag, 10.6.2005

lit:kritisch

Tintenherz, von Cornelia Funke

Nennt mich meinetwegen einen Eskapisten. Vor ein paar Wochen wurde die Tochter von Freunden bei einem Verkehrsunfall so schwer verletzt, dass sie seither auf der Intensivstation im Koma liegt. Auch wenn es nicht mein eigenes Kind ist, ich knabbere trotzdem schwer an dieser Angelegenheit. Dazu gesellt sich zu allem Überfluss eine sehr bittere persönliche Erfahrung, über die ich an dieser Stelle nichts schreiben will, die mich jedoch in meinem Glauben an die Grundwerte unserer Gesellschaft tief erschüttert hat. Vor allen Dingen aus diesen beiden Gründen, angereichert noch um aktuelle Enttäuschungen politischer und meteorologischer Natur, fühle ich derzeit sehr selten den Drang, mich hier über dieses oder jenes Thema zu äußern. Der Umfang dessen, was man für sich persönlich als wichtig empfindet, nimmt nach schicksalhaften Ereignissen ganz enorm ab.

Ich sehe mich momentan in meiner äußerst knapp bemessenen Freizeit mehr und mehr zu Büchern hingezogen. Sie spenden Trost, relativieren so manches und verhindern zumindest zum Teil andauerndes Grübeln, das wenig sinnvoll ist und selbst aus einem Berufsoptimisten Schwermut und Depression herauszukitzeln vermag.

Deshalb gibt es heute schon wieder einen Verweis auf eine Literaturrezension. Diesmal geht es um Tintenherz, ein Kinderbuch. Lacht nicht, die Geschichte hat es wirklich in sich und ist auch Erwachsenen wärmstens zu empfehlen.

UB

Link mich: http://www.e-script.de/?p=1118397088

Kommentare

Christian, 11.6.2005 um 11:56 h:

Lieber Ulf,
Strohhalmfunktion hat schon seit längerem dein Blog für mich und nachvollziehen kann ich auch deine "nur" Andeutungen zu gut. Grundwerte, persönliche Erfahrungen und das relativieren von wichtigem beherrschen seit Jahren schon meinen Alltag. Sich selbst von der anderen Seite der Macht kennenzulernen ist dennoch heilsam und befreiend. Zugegeben bin ich ein eher mürrisches Naturell, neige wohl wegen eigenbrödlerischem Verhalten doch nicht zur Teamfähigkeit und behalte mir trotzig meinen Sarkassmus zum anhaltendem Pessimismus vor. Kein Verständnis habe ich mehr für die rosarot sehenden, die den Nachfolgern ein immer schwerer werdendes Erbe aufdrücken wollen. Wenn ich dieser Generation angehören würde, wäre eine Kündigung unumgänglich. Gebt die Lasten den Verursachern zurück, in allen Bereichen. Ich bin nicht verantwortlich für den 2.ten Weltkrieg, nicht für Atommüll und Umweltverschmutzung, nicht für hohe Arzneikosten und Energiefressende Protzbauten der öffentlichen Hand. Allein meinen drei Kindern gegenüber bin ich dafür verantwortlich das sie da sind und das sie das Handwerkszeug bekommen um ihr Leben zu gestalten.

Marelme, 11.6.2005 um 17:28 h:

Die gleichen Dinge, die sich nach solchen bitteren Erfahrungen auf eine andere Weise darstellen. Und man kann nicht sagen, daß einem das, was man da sieht, gefällt...

Lesen, um sich abzulenken, in andere Welten eintauchen - ich kann das sehr gut verstehen.

Lieben Gruß
Marelme

RokkerMur [@], 12.6.2005 um 9:57 h:

Ulfi :)
Es hilft dir nichts wenn ich jetzt schreibe das ich auch wen einige Monate in soeiner Einrichtung besucht habe (Inge) - seither habe ich Panik vor jedem Spitalsbesuch.
Jedenfalls das was ich in den Intensivstationen erlebt habe war teilweise phantastisch - manches war purer Horror.
Viel Glück an euch alle.

Uwe [@], 12.6.2005 um 12:26 h:

Ignoranz hilft mir meistens mit schlimmen Dingen zurechtzukommen.

Sehr empfehlenswert.

Kristof, 13.6.2005 um 0:27 h:

Neugier hilft mir meistens, mit schlimmen Dingen zurechtzukommen.
Jedem seine eigene Methode.

Kommentar abgeben: