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Donnerstag, 30.6.2005

lit:krit

Sakrileg, von Dan Brown

Geh'n Sie mir bloß weg mit dem Brown und seinem häretischen Geschwafel! Lautet so oder ähnlich deine unumstößliche Reaktion auf den angekündigten Autor und seinen Buchtitel? Dann blätterst du am Besten gleich weiter. Ich aber gedenke hier ein wenig zu schwadronieren über den Roman, der in den letzten Wochen ganz oben auf allen Verkaufslisten hierzulande stand.

Erstaunlich ist zumindest, dass die Behauptung, Jesus sei verheiratet gewesen ausgerechnet mit Maria Magdalena, der Sünderin bereits einige Jahrzehnte auf dem Buckel hat. Dieses Sakrileg stammt nicht etwa aus reißerischen Publikationen à la Bildzeitung, sondern aus den Federn Tastaturen wohl gelittener Historiker.

Zugegeben, die Tatsachenbehauptungen Browns, Maria und Jesus hätten eine Tochter gezeugt, ihre Blutlinie bestünde noch bis zur heutigen Zeit, beruhen auf dünnem Quellenmaterial. Aber selbst unter dieser Prämisse bietet das Buch allen historisch Interessierten einen Ausgangspunkt, über den es sich gar trefflich streiten lässt. Gerade den Zweiflern, aber auch den Paradegläubigen ist mit Sakrileg eine Basis gegeben, die geeignet dazu ist, die ewige Diskussion aufleben zu lassen: Die Tempelritter, der Heilige Gral, Opus Dei, der Vatikan, alle bekommen sie ihre Auftritte, ein jeder Leser darf nun endlich als Semi-Insider mitreden. Ich auch.

Da verzeihe ich dem Herrn Brown schon seine Blutgrätschen-Schreibe. Ich sehe darüber hinweg, dass er wie schon in den Vorgängerromanen üblich Historie und Belegbares mit bewundernswerter Fantasie zu einem Teppich undurchschauberer Pseudofakten verwebt. Denn zwei Argumente sind in meinen Augen unumstritten. Dan Browns Erzählrhythmus sucht seinesgleichen. Und gegen gut konstruierte Provokation kann und will ich ganz sicher nicht die Stimme erheben.

Lese, oh Leser, und du wirst deinen eigenen Zugang zur Geschichte in Sakrileg finden. Viel Spaß dabei!

UB

Link mich: http://www.e-script.de/?p=1120111201

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