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Mittwoch, 6.7.2005

New World Order

Le Grand Prix d'Olympiques

Jetzt haben wir sie endlich schriftlich: die Rangordnung unter den großen Nationen unseres Planeten. Alle haben sie mithalten wollen, alle waren sie bestens vorbereitet, wie eine Madrilenin eben im Radio im Brustton der Überzeugung beteuerte. Gereicht hat es aber nur für eine Nation. Die Briten sind die Musterknaben des Tages, des Monats, des Jahres, der Epoche.

London hat sich die Ausrichtung der olympischen Spiele im Jahre 2012 gesichert. In vier Wahlgängen schied zunächst Moskau aus, wer will schon unter Aufsicht der Russenmafia zur Olympiade anreisen. Anschließend war Schluss für New York; Bush hat fertig, war eh klar. Die bedauernswerten Madrilenen wurden in der dritten Stimmrunde abgezockt, obwohl sie im Durchgang zuvor noch auf dem ersten Rang gelandet waren. Schade für Iberien! Zuletzt unterlag schließlich noch Jacques Chiracs Paris der Stadt an der Themse. Chapeaux!

Etwas anderes hätte ich tatsächlich nicht erwartet. Großbritannien segelt im Aufwind des Zeitgeistes: EU-Ratspräsidentschaft bis zum Jahresende, G8-Gipfel in Edinburgh, ein ungebrochener, wieder erstarkter Tony Blair an der Regierung und nun auch noch die Olympiade in sechs Jahren.

Wo bleibt da eigentlich Deutschland? Wir haben den Löffel schon im vergangenen Jahr mit dem Durchfall von Läpzsch abgegeben. Wen wundert's, wenn unser Regierungschef sich innerhalb von einer Woche erst das Misstrauen des verlängerten Wählerwillens aussprechen lässt und im nächsten Atemzug für Vertrauen beim Wahlvolk wirbt?
Nein, wir spielen in dieser Liga nicht mehr mit. Auch wenn Kaiser Klinsmann ständig die »gleiche Augenhöhe mit den Großen« beschwört. »Douze points: London!«, liebe Kontinentaleuropäer, liebe französische Nachbarn, liebe transatlantische Freunde.

Andererseits wollen wir doch erst einmal abwarten. 2008 richtet schließlich Peking die olympischen Spiele aus. Was uns dort erwartet, wird vier Jahre danach ganz sicher nur schwer zu toppen sein, ob nun unter Einsatz von Serranoschinken, Froschschenkeln, oder geminztem Labberfleisch.

UB

Link mich: http://www.e-script.de/?p=1120667977

Kommentare

Christian, 7.7.2005 um 7:20 h:

Was Blair momentan alles an sich zieht ist wirklich schon beachtlich. Aber ich frage mich, warum wollen Städte überhaupt noch Olympia austragen, Beispiel Athen, die sichersten Spiele aller Zeit und nun noch mehr Sicherheit? Scheint ja die neue Disziplin der sogenannten Spiele zu sein, wobei das Wort Spiel ja eigendlich völlig falsch ist. Es ist eher ein Kampf oder besser noch Krampf. Doping und vielleicht auch Bestechung oder Absprachen wie beim Fußball für die Teilnehmenden Sportler, Sanierung der Slums und nebenbei legaler Ausbau der totalen Überwachung für die ausführenden Städte und neue T-Schirts und bedruckte Kaffeebecher für den Konsumenten und dazu ein endloses Fernsehprogramm das nicht gestaltet werden muß. DANKE NEIN, mir reichts! Ich will auch nicht bei der Fernsehabstimmung dazu teilnehmen für nur 0,49 cent und auch keine Telefonbefragung dazu mit Gewinnchance für einen Lottoschein der dann evtl. auch eine Gewinnchance auf eine Gewinnchance hat. Der Grand Prix des Olympischen Gedanken sollte wieder an der Basis, bei der Jugend ankommen, meinen Jüngsten hab ich dazu schon motiviert...na ja, jedenfalls hab ich ihn darauf aufmerksam gemacht...und bei seinen PC-Games ist er nun wirklich schon gut.

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