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Mittwoch, 20.7.2005

Potterisiert

Teil sechs eines Phänomens

Hechel, hechel! Der wahre Fan der Geschichten um Harry Potter & Co. sitzt sicher seit dem vergangenen Samstag über der letzten Folge der Romanserie: HP und der Halbblutprinz. Abhängig von individueller Lesegeschwindigkeit und Grad der Englischkenntnisse sind wir schon durch oder nähern uns unaufhaltsam dem Ende. Schon alleine um die Flut der Mailnachfragen im Potterkompendium einzudämmen, musste ich unbedingt Dampf machen. Besonders schwer ist mir das nicht gefallen. Denn allzu viele Stellen, an denen sich meine Fantasie hätte entzünden können, die zum wiederholten Festlesen eingeladen hätten, habe ich leider nicht gefunden.

Es scheint, als habe Frau Rowling die Inspiration verlassen. Ist ja sicher auch schwierig, dem Erwartungsdruck gerecht zu werden, der von Band zu Band größer wird. Ich hoffe nur, dass der kommende siebente Roman noch einmal einen Höhepunkt wird bieten können. Der eben erschienene sechste ist eher flach und konturlos.

Nachtrag, nachts: Warum musste ich den aktuellen Roman eigentlich derart verreißen, frage ich mich? Was stört mich wirklich daran? Macht genügend Geld auf dem Konto unproduktiv? Sollte Frau Rowling wieder dazu übergehen, ihre Notizen auf Kaffeehausservietten niederzuschreiben? Oder war Harry Potter sowieso und von Anfang an eine literarische Totgeburt, die es nur aus einer Laune der nach Neuem lechzenden Leserschaft heraus zu den gigantischen Verkaufszahlen gebracht hat? Oder auf Grund einer Laune der Verlegerschaft?

Ich befürchte, dass die Festlegung auf einen bestimmten Umfang, auf sieben Folgen eben fatale Konsequenzen hatte. Ein Band pro Schuljahr. Möglichst im Einjahresrhythmus, damit es schön passt. Und auf einmal gehen der millionenschweren Autorin die Ideen aus. Aber nachgeliefert muss trotzdem werden. Wenn nicht jährlich, dann doch wenigstens alle zwei Jahre. Mehr ist besser. Ist unerlässlich, weil vertraglich festgelegt. Da verstehen die Herren Warner Brothers keinen Spaß.

Wie im Fieber spekuliere ich über mögliche Varianten. Statt des langweiligen sechsten Teils mit vorauseilender Angst vor einem unsäglichen siebenten wäre vielleich ein überraschender Abgang, ein literarischer Schwangerschaftsabbruch im sechsten Band vernünftiger, kraftvoller gewesen? An Stelle längst erahnten, befürchteten Gesülzes ein vorzeitiges Ende des Protagonisten? Harry Potter ist James Dean? Marilyn Monroe? J.F. Kennedy?

Zum Nachlesen: meine Rezension unter lit:krit.
Vorsicht: meine Zusammenfassung inklusive vollständigen (!) Geheimnisverrats, ein satter Spoiler.

UB

Link mich: http://www.e-script.de/?p=1121854195

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