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Gedanken, Geschichten, Ansichten und Einsichten. Beinahe ein Journal.


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Sonntag, 31.7.2005

Immer wieder Sonntags

Backwaren

Das Auffinden der Reinkarnation von Herrn Semmel und die derzeit kursierenden zehn Frühstücksfragen veranlassen mich zu folgender Randnotiz: »Die geilsten Semmeln gibt es (nicht nur, aber auch) sonntags beim Bäcker Matthiesen.«

Die Rede ist von Brötchen, nicht Vollkorn, nicht weiß, die sich von allen anderen ähnlichen Backwaren vor allem dadurch unterscheiden, dass alle, die sie je in meinem Beisein gekostet haben, ihre Unterseite dem Oberteil vorziehen.
Seltsam, isn't it? Zu erklären aber dadurch, dass die Rohlinge vor dem Betreten des Backofens noch rasch ordentlich und flächendeckend in volle Körner Weizen? Roggen? Was weiß ich denn gedrückt werden.

Am besten schmecken die Friesen, so heißen die geilsten aller Semmeln, wenn sie von der Juniorchefin eingetütet wurden; keinem Mädchen, keiner Frau, sondern einem Bäckerweib, wie es im Buche steht. Figur und Statur der Bäckerin sind die beste aller möglichen Werbungen für die Produkte des Hauses. Wie sie dort hinter dem Tresen steht und die Friesen in die Papiertüten wirft, ist eine wahre Wonne. Ihre Körperlichkeit allein schon verheißt ein Frühstück im Luxus.

Ich weiß, dass sie weiß, dass ich Frau und drei Kinder habe. Und sie weiß, dass ich weiß, dass es irgendwo hinter dem Ladenraum einen Herrn Bäcker geben muss, den Vater ihres kleinen, kraushaarigen Sohnes, der manchmal im Laden auftaucht. Trotzdem leuchten die blauen Augen des Bäckerweibes verheißungsvoll wie Sonnenstrahlen, wenn sie Brötchen eintütet und meinen Sprössligen Minicroissants oder Gummibärchen als Dreingabe anbietet. Frische Backwaren haben dann immer unbestreitbar etwas Erotisches an sich.

Früher begleiteten mich meine Kinder fraglos wegen der Dreingaben zur Bäckerei. Auch heute ist mein Sohn noch immer zu jung, um sich in den Reizen der Bäckerin zu ergehen. Sein Anreiz besteht momentan darin, dass wir unsere Frühstücksfahrt mit dem Motorrad antreten, wann immer es das Wetter erlaubt. Wir stehen dann beide mit Helmfrisur in der Warteschlange, und ich weiß genau, dass er sich schon auf die Heimfahrt als Sozius freut. Ich hingegen lese immer wieder gerne die Inschrift auf einer Holztafel im Rücken des drallen Bäckerweibes:

»Altes Brot ist nicht hart. Kein Brot, das ist hart.«

UB

Link mich: http://www.e-script.de/?p=1122839713

Kommentare

Kristof, 1.8.2005 um 15:06 h:

Rrrrr! Ich habe da auch so eine Lieblings - Bäckereifachverkäuferin. Aber jung & schlank, hmmm ...

Ulf, 1.8.2005 um 15:23 h:

Aber nicht doch, was sind das denn für Referenzen: schlanke Bäckereifachverkäuferinnen? Mein Gudester, ich hege den Verdacht, du würdest den Laden auch dann noch frequentieren, wenn die Backwaren von Pappe wären.

Kristof, 1.8.2005 um 16:00 h:

Ja, manchmal schmecken die Brötchen auch so ... :-(

Ulf, 1.8.2005 um 23:05 h:

Die Sachlage ist klar. Deine Verkäuferin muss einfach gut aussehen, sonst würde sich kein Kunde mehr in den Laden verirren. Deshalb verkauft sich ja auch Auspuffspachtelmasse nur mit Hilfe vollbusiger Pinups, die sich lasziv auf Motorhauben räkeln. Räkelt sich eigentlich deine Brötchenverkäuferin auf der Theke, wenn du den Laden betrittst?

Kristof, 2.8.2005 um 10:57 h:

Nein. Guckt nur süß!

Ulf, 5.8.2005 um 0:23 h:

Rosinenbrötchen also

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