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Samstag, 3.9.2005

»Obszön«

Nachschlagewerke definieren den Begriff »obszön« in der Regel als anstößig, unanständig, schamlos oder ekelhaft überwiegend im Sinne sexuellen, körperlichen Sinn. Derzeit bereite ich einen Artikel über (gesellschaftliche) Moral- und Ethikbegriffe vor, in den ich möglichst viele Verweise zu verschiedenen Vorstellungen und Formulierungen von Obszönität aufnehmen möchte.

Ich bitte alle interessierten Leser, die selbst Weblogs oder ähnliche aktuelle Journale betreiben, eine kurze oder auch längere, auf jeden Fall aber eigene Definition oder Interpretation des Wortes »obszön« zu verfassen und mir – möglichst per E-Mail, meinetwegen auch in den Kommentaren unten auf dieser Seite – den Link zur Veröffentlichung zuzuschicken. Besonders freue ich mich auch über die Weitergabe dieser Aufforderung (just another meme?) an Bekannte und Freunde, oder aber einen Link auf diese Erhebung.

Ganz bewusst will ich den Begriff nicht auf die sexuelle Begrifflichkeit einschränken. Als obszön könnte man vieles empfinden, von der Politik über die Wirtschaft, gesellschaftliche Grundorientierungen oder meinetwegen natürlich auch Körperliches. — Du entscheidest, was du persönlich als obszön betrachtest.

Vielen Dank im Voraus!

UB

Link mich: http://www.e-script.de/?p=1125758159

Kommentare

ralf [@], 4.9.2005 um 2:53 h:

Obszön ist für mich ein Wort aus einer Zeit, die es nicht mehr gibt. Obszön ist etwas das real existiert und von dem jeder weiß das es existiert und das man auch gar nicht weg bekommt, so sehr man es auch wolle.
Nacktheit zum Beispiel. Sie ist nun einmal vorhanden. Weg bekommt man sie auch nicht wirklich. Man kann sie verbergen aber nicht entfernen.
Obszön sind halt Dinge oder Taten, die, in gewisser Weise, mit einem Tabu belegt sind
welches man nur zu gerne brechen würde. Es sind aber keine Tabus deren Bruch irgend jemanden wirklich weh tut. Nackt rumlaufen tut niemandem weh. Weder dem Nackten, noch den Beobachtern.

Heutzutage gibt es kaum noch Tabus. Ausserdem versuchen viele mit dem Bruch von Tabus zu provozieren. Sie suchen sich "obszöne" Dinge herraus um damit aufzufallen oder sich abzugrenzen.
Aber mit der Masse der gebrochenen Tabus sinkt auch die Provokationsgrenze. Niemand fühlt sich noch wirklich provoziert. Man kann fast sagen, man gewöhnt sich an alles. Die Obszönität ist zur Normalität geworden und hat sich damit selbst vernichtet.

(via Melody hergelangt)

wanderbeule, 6.9.2005 um 0:15 h:

Mein Erstsemesterbetreuer kommentierte die Verwendung dieses Adejktivs immer mit "Und ob das thöööön ist". (Das ist keine Erkenntnis, sondern meine spnate Assoziation)
(via Melody hergelangt)

wanderbeule, 6.9.2005 um 0:16 h:

Äh, spontane.

monika, 7.9.2005 um 20:10 h:

Hallo Ulf! Ein bißchen was ist mir dazu auch eingefallen - findet man in meinem Blog! Schönen Abend und LG von Monika

kathleen [@], 7.9.2005 um 21:40 h:

Wenn ein Arbeitgeber mit einem sechstelligen Jahresgehalt sich auf eine Veranstaltung stellt und von den Arbeitnehmern Nullrunden fordert, finde ich das obzön.
Wenn ein Milliadär einem Obdachlosenheim ein paar tausend Euro spendet und sich dann, die Rolex am Arm, vor Ort dafür feiern läßt, finde ich das obszön.
Wenn ein Millionär aus meinem Kundenkreis mit mir um anderhalbtausend Euro feilscht, wohl wissend, daß ich den Ausfall nicht abfangen kann und bei einem Rechtsstreit Jahre vergehen könnten, bis ich mein Geld sehe, finde ich das obszön.
Wenn jemand einen schriftlichen Vertrag ablehnt, unter Berufung auf Freundschaft und Vertrauen, und mich anschließend um die vereinbarte prozentuale Beteiligung betrügt, finde ich das obszön.
Wenn eine Freundin mit dem Freund ihrer Freundin ins Bett geht und, von der Freundin zur Rede gestellt, nur sagt: 'Hättest ja besser auf ihn aufpassen können', finde ich das obszön.
Diese Beispielreihe für Unanständiges und Schamloses könnte ich endlos fortsetzen. Nur im Zusammenhang mit Sex fällt mir nur kaum etwas ein. Einzig die Kombination von Sex und Nahrungsmitteln (Stichwort Schwanz, Ananas und Sahne) empfinde ich persönlich als obszön, warum auch immer.

jonny?

Link zu diesem Kommentar jonny, 10.2.2007 um 20:34 h:

Obszoen ist unsere gesamte Epoche, daher ist der obszoene yustand der unmarkierte fall und als solcher nicht mehr vom normalzustand unterscheidbar.
best regards, jonny

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