Leser seit April 2002
Gedanken, Geschichten, Ansichten und Einsichten. Beinahe ein Journal.


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Donnerstag, 3.11.2005

Kinderkram

Der Sandkastenkrieg II

Die schwarze Geli sitzt mutterseelenallein im Sandkasten und stochert missmutig mit dem Schäufelchen im nassen Sand. Seit der nächtlichen Zerstörung ihrer Burg wartet sie noch immer auf Unterstützung beim Wiederaufbau. Doch inzwischen ist es November geworden, und Gelis Hintern wird langsam aber sicher kalt.

Geli lässt die Mundwinkel hängen. Noch tiefer als sonst. Diese blöden Kerle, ihre angeblichen Spielkameraden haben sie einfach hängen lassen. Erst hatte Gerd seine alte Schaufel ärgerlich in die Ecke des Sandkastens gepfeffert. Mit lautem Scheppern war das Gerät auf einen Pflasterstein geknallt. Jetzt liegt es dort, mit kaum mehr wahrnehmbaren Resten roter Lackierung und zuletzt auch noch ziemlich verbeult.

Wackelhals Ede und MünteVor ein paar Tagen hatte Geli einen Lichtschein am Horizont zu sehen geglaubt. Einer von Gerds alten Kumpels, der Münte, war vorbei gekommen, hatte sich die eingedellte Schaufel seines Freundes geschnappt und damit begonnen, eine Fahrspur zu Gelis Sandhaufen zu planieren. Doch er hatte kaum angefangen, da bauten sich drei oder vier Jungs von den Roten Socken, der alten Gerdgang, am Rand der Sandkiste auf, stichelten und verhöhnten den Münte, bis dieser zornig das Schäufelchen wieder in die Ecke warf noch eine Delle mehr! und davonrannte.

Fassungslos hatte Geli daraufhin zugesehen, wie ausgerechnet der bislang loyalste ihrer Freunde aufgestanden war, sich wortlos den Sand von der Hose geklopft hatte und ebenfalls abmarschierte. Ein bisschen rot waren die Wangen von Ede Wackelhals schon gewesen. Ob aus Scham, Zorn oder Kälte, das vermochte Geli nicht zu sagen. Aber sein Kopfgewackle beim Weggehen, das so stark geworden war, dass es an epileptisches Pendeln erinnerte, ließ sie ahnen, dass dem Ede die Sache ausgesprochen peinlich war.

Da sitzt sie nun in der Kälte, die verhinderte Burgenbauerin. Ihr ist inzwischen klar, dass die Ratten dabei sind, das sinkende Schiff zu verlassen. Gerade eben ist auch noch Pickelguido gegangen. »Ich bin dein Freund, Geli«, hat er gesagt. »Aber mir wird kalt, ich muss nach Hause.« Klar doch, dachte Geli. Geh deinen gelben Arsch an der Heizung wärmen. Ich bleibe trotzdem hier sitzen. Jetzt geht das gegenseitige Belauern wieder los. Sie alle suchen sich ein warmes Plätzchen und warten darauf, dass einer der anderen einen Fehler macht. Oder die Flinte ins Korn wirft, respektive die Schaufel in den Sand.
Aber nicht mit ihr, der Schwarzen Geli! Ihre Mundwinkel rutschen noch einen Zentimeter nach unten, falls das überhaupt möglich ist, die dicke Schmolllippe zittert; doch das Mädchen bleibt trotzig sitzen. Es werden sich schon noch ein paar Dumme finden lassen, die ihr die Burg wieder aufschippen.

Ihr überirdisches Sitzfleisch muss Geli von ihrem Vater, dem Dicken Helmut, geerbt haben.

UB

Link mich: http://www.e-script.de/?p=1131034191

Kommentare

Christian, 4.11.2005 um 12:52 h:

Es muß ein Rock durch Deutschland gehen...

vasili [@], 4.11.2005 um 15:30 h:

hihi... der christian hört swr3, ertappt! ;-)

Ulf, 5.11.2005 um 12:39 h:

Meine Güte, ich dachte schon wieder an ein Originalzitat des Gröfaz: »Es moss ein Rock dorch Doitschland gäh'n!«

Davon mal abgesehen, empfängt man SWR3 in HH?

Christian, 7.11.2005 um 8:24 h:

Ha, was ich hier alles hören kann, dank Wilhelm Tel Kabelanschluß, sogar Bayern! Mein Radio hat gar nicht so viele Speicherplätze, wie ich Sender reinkrieg...
Am liebsten aber Delta Radio oder Antenne...wegen den krachigen Hits. Time goes ticking...tick tack

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