Leser seit April 2002
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Mittwoch, 8.3.2006

Leben und so

Frauentag?

Gemerkt habe ich es erst nach dem Anwerfen der googeligen Suchfunktion und dann auch noch eher zufällig nach einem Blick auf die Anzeigen in der rechten Bildschirmspalte: Heute ist Weltfrauentag. Liegt es an dem mir angeborenen Misstrauen gegen institutionalisierte Bewegungen zu Gunsten irgendwelcher Bevölkerungssegmente? Oder bin ich einfach zu grob gestrickt, um die inhärente Harmonie oder zumindest die Sinnhaftigkeit von Mutter-, Vater-, Kinder- und Frauentagen wahrnehmen zu können? Sicher liegt es an fehlender Sensibilität meinerseits, dass ich wenig selbstkritisch den Artikel zum Thema beim Forastero gelesen habe, in dem er vielzeilig über die Leidensgeschichte der Frauen lamentiert und mit der Bemerkung abschließt, die Männer seien an allem schuld.

Schenk dich frei!Jedenfalls gingen mir die Google-Anzeigen zum Tagesthema (siehe Ausriss links) gewaltig auf den Keks. Reichen Weihnachten, der Valentins- und der Muttertag etwa nicht aus? Müssen jetzt auch noch am Weltfrauentag geballte Floristik oder zumindest pixelige Grußkarten verschickt werden an alles, was einen Rock trägt?
»Nein!«, rufen wir zu dritt im Chor, weil ich mich längst links und rechts eingehakt habe bei Clara Zetkin und Alice Schwarzer. »So war das nicht gemeint!« Und zur Bekräftigung unserer Worte tanzen Alice, Clara und ich einen Cancan.

Ich kann mir wohl vorstellen, dass es Missstände gibt, die ausschließlich Frauen betreffen und die es dringend zu beseitigen gilt; angefangen bei A wie Arbeitnehmerinnen, die im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen immer noch latent benachteiligt werden, und aufgehört bei V wie Verstümmelung weiblicher Genitalien.

Aber muss den immer gleich alles institutionalisiert werden? Am Tag der Eiche gehe ich in den Garten und küsse Baumstämme, am Frauentag schenke ich ja, was denn eigentlich? Sehr gut gefallen würde mir als Frau ja ein Abonnement dieses Pornohefts für Mädchen, wobei wir damit schon wieder am Rande einer ganz anderen Diskussion angelangt wären:
Laut Elke Kuhlen, der Herausgeberin von Glück, steht im Untertitel nur deshalb das Attribut »Pornoheft«, weil der Gesetzgeber jede Erektion über 45 Grad als pornografisch definiert. Also nicht Bluttemperatur, nehme ich jetzt mal an, sondern Neigungswinkel. Die deutsche Messlatte gelangt wieder mal zu ungeahnten Ehren. Man fragt sich, wer solche Werte festlegt. Oder besser gesagt, wer überhaupt die Relevanz von Messgrößen festlegt.

Mit oder ohne Neigungswinkel, fest scheint zu stehen, dass Sixpacks unter dem T-Shirt beim männlichen Lustobjekt out sind. Die Kerle, die in Glück ihren großen Auftritt haben, werden als sympathische »Slacker-Typen« bezeichnet. (Entsinne ich mich recht, ist ein Slacker im Englischen nicht ein Drückeberger und Nichtstuer?)

Dieses Konzept in umgekehrt wäre ja mal direkt was für den noch nicht kalendarisch genormten Männertag. Die Marktlücke: ein Männermagazin mit Damen, die jetzt nicht so alle wie aufgepimptpumpt aussehen. Mehr normal eben. Müssen ja nicht unbedingt Drückebergerinnen sein. Könnten meinetwegen auch den Weltfrauentag gut finden.

UB

Link mich: http://www.e-script.de/?p=1141841299

Kommentare

Jens, 10.3.2006 um 9:38 h:

haha! messlatte! haha!

Ulf, 10.3.2006 um 17:26 h:

Danke, ich dachte schon es kuckt wieder kein Schwein =;o)

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