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Mittwoch, 22.3.2006

Spanische Splitter

Euskadi Ta Askatasuna

Waffenstillstand?

Nanu? Steht etwa wieder mal eine medienwirksame Hinrichtung durch Islamisten an? Nein, die oben abgebildeten Kapuzenträger gehören auch nicht dem Ku Klux Clan an, sondern der ETA, die heute Nachmittag überraschend einen »permanenten Waffenstillstand ab dem 24. März 2006« ankündigte. Wem die Abkürzung ETA nichts sagt, für den sei angemerkt: Das ist ebenso unwahrscheinlich, aber noch eine ganze Ecke besser, als würde hierzulande Dieter Bohlen erklären, nie wieder zu singen.

Die terroristische Vereinigung wurde in Bilbao am 31. Juli 1959 unter dem Namen Euskadi eta askatasuna, Baskenland und Freiheit, gegründet. Anfangs handelte es sich um eine Gruppe radikaler Studenten. Ihre Zielsetzungen änderten sich während all der Jahre, aber seit der Gründung blieb eine Kernforderung bestehen: die Anerkennung eines unabhängigen Territoriums, Euskal Herria, durch Spanien und Frankreich. Im Jahr 1961 fand der erste Versuch eines Attentats gegen einen Eisenbahnzug mit Veteranen des Bürgerkrieges. 1962 wurde im Kloster des französischen Ortes Belloc die erste Versammlung der ETA abgehalten, in der sich die Mitglieder als »revolutionären Geheimbund« bezeichneten. Drei Jahre danach begannen die Gruppe mit Überfällen und der Erhebung von »Revolutionssteuer«, am 7. Juni 1968 stirbt das erste Todesopfer der ETA, der Polizeibeamte José Pardines Arcay. Im Dezember 1970 wurden 16 Mitglieder der ETA im Laufe des berühmten Prozesses von Burgos zum Tode verurteilt. Daraufhin entführen Etarras den deutschen Konsul Eugen Beihl, um internationale Beachtung des Urteils zu erzwingen. Beihl wird jedoch nach zwei Wochen frei gelassen. In den folgenden Jahren erhält die ETA Zulauf aus den Organisationen politischer Parteien. Am 20. September 1973 wird der Regierungschef, Admiral Carrero Blanco ermordet. Obwohl in den Folgejahren interne Spannungen zur Aufspaltung führte, und obwohl eine Generalamnestie viele Mitglieder ausscheren ließ, bedeutete noch nicht einmal das Ende der Diktatur Francos das Aus für die ETA. Im Gegenteil, die Achtziger- und Neunzigerjahre waren geprägt durch blutige Attentate auf Cafés und Supermärkte. Bis Mitte der Achtziger konnten sich die Köpfe der Terrororganisation in Südfrankreich relativ erfolgreich vor dem Zugriff der spanischen Strafverfolgung verbergen, seither verfolgt auch Frankreich die ETA unnachgiebig. Zu Beginn des neuen Jahrtausends wird Herri Batasuna, der politische Arm der ETA, verboten. In 2004 kündigt die ETA an, auf bewaffnete Aktionen in Katalonien zu verzichten, im Jahr darauf sollen gewählte spanische Politiker verschont bleiben. Mit dem endgültigen Waffenstillstand zieht sich die Terrororganisation ETA nun scheinbar auf den Verhandlungsweg zurück. Das Volk solle entscheiden, was aus dem Baskenland wird.

In den vergangenen 40 Jahren – seit 1968 – hat die ETA 851 Menschen umgebracht, 99 von ihnen allein in 1980, dem blutrünstigsten Jahr der baskischen Terroristen.

Ich frage mich angesichts der wundersamen Läuterung, ob nicht die terroristischen Konflikte Europas und speziell Spaniens mit Islamisten letztlich den starrköpfigen Etarras vor Augen geführt haben, wie unmenschlich es ist, Ziele mit Hilfe von Mord und Totschlag durchsetzen zu wollen. Das offizielle Spanien reagiert vorsichtig positiv auf die Erklärung. So mancher traut dem Frieden nicht ...

Übrigens: Bei E-Script gibt es außer diesem noch 21 weitere »Spanische Splitter«. Interessiert? — Titelliste einblenden.

UB

Link mich: http://www.e-script.de/?p=1143049663

Kommentare

vasili [@], 22.3.2006 um 20:15 h:

ich habe neulich einen artikel über die jüngsten demonstrationen gelesen, auf denen "keine verhandlungen" mit der ETA gefordert werden (und deren parteipolitischen hintergrund).

ein waffenstillstand wäre zu schön um wahr zu sein, allerdings lassen mich andere beispiele aus der europäischen geschichte daran zweifeln, dass dieser dauerhaft sein wird - zu gross ist die wahrscheinlichkeit, dass mangelnde fortschritte in der "baskischen sache" zu einer rückkehr zum terror führen. nordirland und kurdistan lassen grüssen...

Ulf, 22.3.2006 um 21:52 h:

Ich habe da ja auch meine Zweifel. Aber seit dem Nachmittag fließen die spanischen Medien über in einem gigantischen Tsunami der Meldungen, Forderungen und Stellungnahmen. Das Thema überschwemmt alles andere vollständig. So schnell kann man gar nicht lesen, wie die Nachrichten nach unten wegrutschen.

Diese Ankündigung eines »permanenten Waffenstillstandes« ist schon deutlich mehr als nur ein verbaler Winkelzug.

vasili [@], 23.3.2006 um 12:48 h:

und heute dann der nachschlag... schon spannend. ich wünsch' mir ja, unrecht zu haben.

timmy, 12.7.2006 um 15:12 h:

hi alles klar bei euch?
macht euch keine sorgen
das regelt sich von allein

Link zu diesem Kommentar Evaaaaa, 12.11.2006 um 16:57 h:

sehen diiiie geil aus.....meine güte....

Link zu diesem Kommentar Sorar?oOToften?BS??, 13.6.2007 um 10:48 h:

komische schwuchteln... was haben die überhaupt drauf uuuh bringen paar leute um... oO

ku klux klan mit baskenmützen omg..
Als ob die je ihren eigenen staat dingens bekommen!

dennis?

Link zu diesem Kommentar dennis, 18.12.2007 um 9:09 h:

echt dumm

Link zu diesem Kommentar moin, 18.12.2007 um 9:13 h:

ne man das gut

Link zu diesem Kommentar Anja, 14.7.2008 um 8:55 h:

ein paar Leute ist gut... Ihr habt doch keine Ahnung!

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