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Donnerstag, 1.11.2007

Clevere Karten

Der Geldautomat zu Hause

Vor ein paar Jahren, im Juni des Jahres 2004, hatte ich hier einen Artikel zum Thema 20 Jahre clevere Karten verfasst. Darin war die Rede davon, was man alles mit den Plastikdingern im Scheckkartenformat anstellen kann und würde können, sofern sie mit einem der meist goldfarbenen Chips versehen wären, den wir von unseren Bankkarten kennen. Gut drei Jahre später ist es Zeit für ein thematisches Update, wie das der folgsame Denglishdeutsche heutzutage nennt.

Tatsächlich sind einige der damaligen Prognosen und Wunschvorstellungen inzwischen Wirklichkeit geworden. Beispielsweise lautete 2004 eine meiner Formulierungen: »Verkehrsverbünde liebäugeln mit einer kontaktlosen Karte, die ähnlich wie Skipässe auf Entfernung gelesen werden kann.« Das historische Liebäugeln ist heute, im Jahr 2007, längst Realität. Beispielsweise in Bremen kann man Fahrscheine auf Bank- und anderen Chipkarten speichern, die neben elektronischen Geldbörsen auch ebenso elektronische Tickets tragen.

Ähnliches gilt seit diesem Jahr auch für die Regionen Rhein-Sieg und Rhein Ruhr. Viele Verkehrsunternehmen um die Städte Bonn, Düsseldorf und Köln geben Chipkarten an ihre Fahrgäste aus, die in der gesamten Region als Träger von elektronischen Fahrscheinen eingesetzt werden können. Geschätzte zwei Millionen solcher Karten werden bis zum nächsten Jahrzehnt im Ballungsraum Nordrhein-Westfalens verteilt worden sein.

Andere Unternehmen sind dazu übergegangen, ihre Mitarbeiter mit Firmenausweisen auszustatten, die verschiedene Funktionen übernehmen: Zeiterfassung bei Arbeitsbeginn und -ende über kontaktlose Lesegeräte, Bezahlen in der Werkskantine und an Verkaufsautomaten, oder das Anmelden am Computer des Arbeitsplatzes. (Auch mein Arbeitgeber versorgt uns mittlerweile mit solchen Ausweisen.)

Viele diese Karten haben eines gemeinsam: Die Inhaber können zum Bezahlen von Kleingeldbeträgen in allen möglichen Lebenslagen die elektronische Geldbörse namens GeldKarte einsetzen.

Obwohl der Chip auf den Karten zumindest vielen Rauchern bekannt ist, weil sich seit Jahresanfang nurmehr mit Hilfe des Alterskennzeichens im Speicher des Minicomputers auf dem Plastik Zigaretten aus Automaten ziehen lassen, fristet das elektronische Geld noch immer ein Nischendasein. Dem deutschen Michel scheint das haptische Geld einfach lieber zu sein, obwohl digitale Werteinheiten gegenüber Münzen unbestreitbar Vorteile haben.

Mein Kartenleser

Vielleicht aber versetzt eine aktuelle Neuerung dem Verfahren GeldKarte einen Kick? Seit ein paar Tagen habe ich bei mir zu Hause im Keller einen eigenen Geldautomaten stehen: An der USB-Strippe des PCs hängt ein Kartenleser, in den man eine GeldKarte einsteckt.

Über die internette Webseite www.geldkarte-laden.de jage ich nun bei akutem Finanzbedarf eine Art Homebanking-Überweisung mit Bankleitzahl, Kontonummer, PIN und TAN los, die damit endet, dass digitale Münzen von meinem Konto direkt in den Chip geladen werden.

Faszinierend. Beinahe so schön wie selber Geld drucken.

 
Nachtrag, 4.11.2007: Hm, sieht so aus, als sei mein persönlicher Geldautomat an Wochenenden offline. »Der Service der Online-Aufladung per giropay ist wieder erreichbar ab kommenden Montag, um 10.00 Uhr.«

UB

Link mich: http://www.e-script.de/?p=1193900401

Kommentare

Link zu diesem Kommentar Kasch, 16.11.2007 um 11:43 h:

Auch "Automaten" haben wohl feste Arbeitszeiten, allerdings erinnert die Erreichbarkeit "Ab Montag, um 10.00 Uhr" stark an Beamtentum. *g

Könnte es nicht vielleicht auch so sein, mein lieber Ulf, dass dein Konto nicht über den gewünschten Betrag verfügte, dein persönlicher Bankomat aber so viel Takt besitzt, dir mit einem TILT oder "Du kommst hier net rein" nicht das Wochenende versauen zu wolle? *gg

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