Leser seit April 2002
Gedanken, Geschichten, Ansichten und Einsichten. Beinahe ein Journal.


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Freitag, 28.12.2007

Merry X-Mess

Oder: Katzen-Contentissimo!

An allen Ecken und Enden des Internetzes und der Mailpostkörbe weihnachtsgrüßelt es dieser Tage. Und beinahe hätte auch ich Lust gehabt, den einen oder anderen warmen Wunsch auf meine Dauerlutscher Dauerleser, oder auf zufällige Passanten loszulassen. Aber dann kam doch wieder alles ganz anders.

Höret also meine weihnachtliche Alternativgeschichte: Wer hier ab und an liest, weiß wahrscheinlich, dass ich mir nichts aus Katzen-Content mache. Bislang hätte man deshalb annehmen sollen, dass ich mit Katzen schlicht nichts anzufangen weiß. Dem aber ist nicht so; ich oute mich heute mal zunächst als Katzenfan. (Man beachte jedoch unbedingt den einschränkenden Zusatz »zunächst«.)

Auslöser meines Outings ist ein nachtschwarzes Katzenvieh, das seit einigen Monaten Annäherungsversuche in Form sporadischer, aber immer häufiger auftretender Besuche im trauten Heim macht. Die liebliche Kinderschar hatte schnell einen passenden Namen für das Fellmonster mit dickem Schädel und ausgefransten Ohren parat: Sir Lamorak, so benannt nicht etwa nach dem Ritter der Tafelrunde, sondern nach einem der Helden aus Kornelia Funkes Zaubereigeschichte Igraine Ohnefurcht.

Sir Lamorak wurde über die Wochen hinweg immer zutraulicher, bis er sich auch mal auf den Arm nehmen ließ, eine unvorsichtige Zutraulichkeit, die eine spontane Namensänderung unumgänglich werden ließ: Sir Lamorak wurde eilig umgetauft in L'Amoureuse. Doch trotz der Geschlechtumwandlung ließ sich das Katzenvieh nicht beirren und rückte uns immer näher auf den Pelz.

Neben der Katzendame rückte nun auch Weihnachten immer näher und schließlich meine Eltern an, um das Fest der Feste im Kreise der lieben Kinder und Enkel zu verbringen. Ich sollte möglicherweise zum besseren Verständnis der Erzählung an dieser Stelle hinzufügen, dass das Verhältnis meiner Erzeuger zu Katzen einst völlig unbelastet gewesen, jedoch nach einer Episode im Hausflur ihres 54-Familien-Hauses leicht gestört war. Seit nämlich einer der beiden Kater meines Bruders aus der Wohnung ausgebüchst und danach auf der Suche nach dem verlorenen Zuhause einem unbescholtenen und bis dahin unbeteiligten Nachbarn buchstäblich ins Genick gesprungen war, ist ihre Einstellung zu Feliden jeglicher Art in gewisser Weise negativ belastet.

Nichtsdestoweniger begann der Weihnachtsmorgen 2007 harmonisch. Mir gelang es sogar, den Sohn dazu zu bewegen, sich am Decken des Frühstückstisches zu beteiligen, statt auf dem Sofa lethargisch die Futteraufnahme abzuwarten. Allerdings überschlugen sich von diesem Moment an die Ereignisse:

Sohn quiekt plötzlich wie ein Schweinchen, ein porzellanernes Frühstücksbrettchen zerschellt auf dem gefliesten Fußboden. Aus dem Fuße des Stammhalters trieft dickflüssig das Blut, nachdem er in einen Stuhlbeingleiter getreten ist, der sich unvorhergesehenerweise aus dem ihm zugedachten Stuhlbein gelöst und Nagel nach oben im Wohnzimmer auf Lauer gelegen hatte.

Gerade als scheinbar alle Anwesenden damit beschäftigt sind, entweder a) Blutfontänen abzubinden, oder b) unflätige Verwünschungen gegen unfähige Stuhlbeingleiterhersteller auszustoßen, quiekt Tochter 1 wie ein Schweinchen und beschimpft das abwesende Katzenvieh, weil es Igitt! über Nacht in ihren mit Styroporkugeln gefüllten Sitzsack gepieselt hatte. Des Großvaters Verwünschungen wechseln blitzschnell das Objekt, die Katze ist neues Opfer seiner Tiraden.

Doch nur von kurzer Dauer bleibt die Aufregung wegen des Pinkelunfalls, denn aus dem Keller quiekt plötzlich die Großmutter wie eine Schweinchen, die in der Waschküche unverhofft in einen Fäkalhaufen des Katzenviehs getreten ist. Hei, da ist die Freude groß! Alles juchzt, alles jauchzt, und ich stehe noch immer etwas verloren mit der Kaffeemaschine in der Hand am Herd und denke ans Weihnachtsfrühstück.

Just in diesem Moment erscheint Frau Katze draußen an der Terrassentüre und lurt auffordernd zu uns herein, wie das so ihre Art ist. Tochter 2 springt sofort herbei und öffnet die Türe für ihren Liebling. L'Amoureuse betritt das Haus, im Maul eine Maus, die sie brav in der Küche absetzt. Unter dem freudigen Kreischen aller Beobachter flitzt der Nager sofort und augenscheinlich unverletzt in die Speisekammer, wo er sich in Sekundenschnelle hinter einem Hochregal vor weiteren Nachstellungen der Katze in Sicherheit bringt.

Liebe Leser, aus den Geschehnissen dieses Weihnachtstages habe ich eine Menge gelernt:

Erstens, dass es völlig egal ist, ob einem eine schwarze Katze von links oder von rechts über den Weg läuft. Zweitens, dass aus einer allseits beliebten Hauskameradin namens L'Amoureuse in kürzester Zeit die böse Buhmann-Katze werden kann. Drittens, dass das Abbauen eines mehrteiligen IKEA-Billy-Hochregals samt Aufbau eines Laufparcours für Mäuse in Richtung Terrassentüre etwa zwei Stunden Zeit in Anspruch nimmt. Viertens, dass nach all dem trotzdem noch ausreichend Zeit und Laune bleiben, um ein lustiges Weihnachtsfest im Familienkreis abzuhalten.

Ich wünsche Euch allen einen guten Rutsch (nicht etwa auf ehemaligem Katzen-Content!) ins neue Jahr.

UB

Link mich: http://www.e-script.de/?p=1198825201

Kommentare

Kristof?

Link zu diesem Kommentar Kristof [@], 28.12.2007 um 13:57 h:

Hast du Katz, so wird dir nie langweilig.

Alles Gute.

Link zu diesem Kommentar Der Dauerlutscher, 28.12.2007 um 21:01 h:

Willst du eine saubere Katze haben,
musst du im Geschäft nach Katzenklo fragen.

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