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Freitag, 24.4.2009

Lifestyle

Mundgeruch beim Abitreff

Mitte Mai kommt es zum Showdown. Dann trifft an den Gestaden der Isar eine Horde alter Männer und alter Frauen aufeinander, die sich gegenseitig meist noch als Teenager in Erinnerung hat: Klassentreffen! Vor dreißig Jahren hatten wir auf dem Dante-Gymnasium in München unsere Abiprüfung abgelegt. Nach drei Jahrzehnten haben mein ehemaliger Schulbanknachbar und ich es übernommen, die Herde zusammen zu trommeln. Im Gegensatz zu den beiden vergangenen Treffen vor zehn und vor zwanzig Jahren, schallt allerdings im Jahr 2009 der Ruf der Muezzine nicht mehr telefonisch durch die Lande, sondern elektronisch per E-Mail.

Google-Ads zum Thema Abi-TreffenFast schon ehrführchtig erstaunt bin ich über den Umstand, dass fast alle Ehemaligen inzwischen über private Mailboxen verfügen. Ich kann also einen Großteil der nötigen Korrespondenz über meine Postfach bei Googlemail erledigen.

Dabei bleibt es nicht aus, dass ich zwischendurch innehaltend den einen oder anderen Blick auf die angeblich relevanten, googleschen Werbebotschaften werfe, die mir am Rande des Schriftverkehrs präsentiert werden. Was mir da so alles untergejubelt werden soll, habe ich für Euch mal in einem Screenshot festgehalten, der links neben diesen Zeilen zu sehen ist.

Die Frage nach der »Lust auf Klassenteffen« in den Anzeigen ist ja noch nachvollziehbar, auch wenn ich persönlich das Angebot der Firma StayFriends rundweg ablehne wegen der fragwürdigen Preispolitik. Erstaunlich finde ich allerdings die Behauptung von VidaVida, dass meine Schulfreundin Gabriele ich erinnere mich an zwei Gabis in meinem Jahrgang »zweiunddreißig Kilo abgenommen« haben soll. Ist denn von den zwei Ärmsten überhaupt noch etwas übrig? Wir werden sehen. Ich muss wohl nach zwei Bohnenstangen Ausschau halten.

Bedenklich stimmt mich jedoch die japanische Mahnung durch Fukuda, dass »ein Mann so alt ist wie seine Arterien«. Ich sollte wohl besser vor meinen MitschülerInnen verheimlichen, dass ich noch immer Raucher bin. Bei diesem Gedanken gerate ich wahrlich ins Schwitzen, kann aber beruhigt feststellen, dass es ein Mittel zu geben scheint (Everdry), das mich »innerhalb von nur drei Tagen trocken legen« kann.
 

Diese Werbeauswahl ist eigentlich nicht weiter dramatisch, wechseln die Botschaften doch mit jeder Mail und mit jedem Tag. Wirklich blümerant wird mir deshalb nur bei dem Spot von Fangocour aus Österreich, der omnipräsent zu sein scheint: Wann immer auch ich eine Botschaft aus meiner Vergangenheit lese, erinnert mich Österreich stets an drohenden Mundgeruch.

Ich habe keinen Mundgeruch! Dies sei an dieser Stelle ein für alle Mal festgehalten. Warum aber traktiert mich Google dann mit penetranter Dauerhaftigkeit mit dem Hinweis auf Möglichkeiten zur Abhilfe bei Mundgeruch? Und warum empfiehlt man mir nicht einfach das Lutschen von Fischermännern? Oder von von Wer-hat's-erfunden-Ricolas?
 

Lieber Google, verschone mich doch bitte künftig mit älplerischen, oralen Fang(o)packungen. Ich gelobe im Gegenzug auch gerne, dass ich auf dem Abitreffen keine Zungenküsse mit dürren Gabis tauschen werde.

UB

Link mich: http://www.e-script.de/?p=1240525083

Kommentare

Kirre?

Link zu diesem Kommentar Kirre, 24.4.2009 um 10:04 h:

Also ich find Google wahrlich fürsorglich- fast wie eine Mama.

"Hast Du auch Taschentücher eingesteckt, mein Junge? Sind Deine Haare gekämmt? Zieh Dir ordentliche Sachen an... "

Da sind doch Google's zarte Hinweise fast schon sympathisch ☺

Gruß, die liebe Kirre

P.S.: Vorsichtshalber nicht gar so dicht an die ehemaligen Mitschüler herantreten...

Ulf?

Link zu diesem Kommentar Ulf, 24.4.2009 um 22:16 h:

Meine liebe Kirre, ich verabscheue Kommentare in Majuskeln. Aber es gibt Momente, in denen man Ausnahmen machen muss:

ICH HABE KEINEN MUNDGERUCH! =;oþ

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