Leser seit April 2002
Gedanken, Geschichten, Ansichten und Einsichten. Beinahe ein Journal.


Hinweis: Die Gestaltung wurde mit Rücksicht auf unterschiedliche Bildschirmauflösungen und Ausgabemedien, sowie auf sehbehinderte Besucher ausschließlich auf Basis von Cascading Style Sheets realisiert. Da Sie CSS deaktiviert haben, oder einen Browser benutzt, der diese nicht oder nur teilweise umsetzen kann, müssen Sie leider auf Gestalterisches und auf eine besucherfreundlichere Anordnung der einzelnen Abschnitte weit gehend verzichten. Die Textinhalt sind allerdings ohne Einschränkungen auch ohne CSS zugänglich.


Dienstag, 30.6.2009

Unschuldsvermutung

In dubio pro reo

Es sollte keinen Unterschied machen, ob man jemanden mag oder eher ablehnt: Man sollte ihm zumindest unvoreingenommen zuhören, bevor man sich ein Urteil über ihn gestattet. Ich gehe davon aus, dass fast jeder der Passanten, die meine einleitenden Sätze lesen, diesen ohne Einschränkung zustimmen wird. »Natürlich, das ist doch ganz selbstverständlich!«

MondgängerErstaunlich ist jedoch, dass die Zustimmung leider in vielen Fällen ein reines Lippenbekenntnis ist. Wir pflegen unsere Vorurteile, weil sie bequem sind, weil sie unser Weltbild zu bestätigen scheinen und weil wir damit auf vermeintlich sicherem Grund eine nur schwer angreifbar Meinung abgeben und uns als informiert, als up-to-date ausweisen können. Und je schneller wir leben, desto lieber übernehmen wir ungeprüfte Meinungen von Meinungsmachern der Mediengesellschaft.

Wie stehen Sie beispielsweise zu Herrn Tauss, Ex-SPDler und Neu-Pirat? Was sagen Sie zu den Vorwürfen wegen Besitzes von Kinderpronografie, die gegen ihn erhoben werden? Kennen Sie die Aktenlage in seinem Fall? Ach, Sie mögen Herrn Tauss nicht? Wie der schon aussieht? Das bleibt aber unter uns: Der kann doch nur 

Also gut. Dann halten Sie bestimmt auch ihn da links nicht für unschuldig. Der hat doch mit all den Jungs auf seiner Neverland Ranch sicher nicht nur Fußball gespielt.
Glücklicherweise gibt es aber auch Leute, die sich die Mühe machen, hinter die Kulissen zu blicken. Der Spielverderber Quirinus nimmt sich der verlorenen Ehre des Michael Jackson an. Vielen Dank dafür, auch wenn ich die Musik des King of Pop nie sonderlich gemocht habe.

Auf äußerst schmerzhafte Weise traurig stimmt die Lebensgeschichte eines Mannes, der nie eine Chance auf Wahrheit gehabt hat, weil aus verschiedenen Gründen niemand diese Wahrheit hören wollte; aus Profitgier, aus Sensationslust, aus Gleichgültigkeit, oder einfach weil Vorurteile so quadratisch, praktisch, gut sind.

UB

Link mich: http://www.e-script.de/?p=1246372874

Kommentar abgeben: