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Sonntag, 27.9.2009

Wahlkrampf 2009

Der Gelbschnabel

Der Gelbschnabel

Ja, das wird noch lustig in den kommenden Jahren, selbst wenn die Westerwelle wohl nicht mehr im Guidomobil durch die Lande ziehen wird sondern in der Staatskarosse des Außenministeriums. Hoffentlich verkneift er sich dann auch Spaßauftritte wie noch vor sieben Jahren als Mister-18-Prozent.

Mal abgesehen davon, dass meine zarten Visionen jetzt wie längst befürchtet im Äther verrauchen werden, beneide ich Frau Merkel nicht um ihren neuen zweiten Mann.

Sehr schlimm ist auch, dass wir jetzt weiterhin unter der unsäglichen Frau von der Leyen und dem Herrn Schäuble zu leiden haben werden.

Gute Nacht, Deutschland.
 

[Nachtrag am 28.09.2009] Mit dem heftigen Ärger über die personellen und inhaltlichen Konsequenzen des Wahlergebnisses im Kopf bin ich auf eine interessante Auswertung der Machtverhältnisse beim Herrn Giardino gestoßen. Er hat sich vom Bundeswahlleiter die Auswertungen der aktuellen und der zurückliegenden Wahl 2005 einschließlich der Nichtwähler und Ungültigwähler besorgt.

Natürlich lässt sich trefflich darüber streiten, ob Nichtwähler überhaupt in die Statistiken einbezogen werden sollten; dieser Frage gehen viele Kommentatoren im Giardino hemmungslos nach (siehe eben dort).

Trotzdem leite ich (zumindest für mich) aus den Daten eine traurige These ab: Abgesehen von dem einen oder anderen Prozent hin oder her für die eine oder andere Partei hat sich am Wahlverhalten der Deutschen seit 2005 nichts Wesentliches geändert; bis auf eine einzige wichtige Neuerung:
Zehn Prozent der Wahlberechtigten, die noch vor vier Jahren für die SPD gestimmt haben, sind diesmal resignierend in die Nichtwählerschaft abgewandert.

Die ehemals so starke deutsche Linke hat also in zwei Schritten ihr eigenes Todesurteil besiegelt.
1. Gerhard Schröders Politik seit 1998 hat dafür gesorgt, dass sich ein linker Flügel in Form der SED-Nachfolgeorganisation Die Linke abspaltete.
2. Mit der Profillosigkeit der großen Koalition seit 2005 haben sich weitere, substantielle Anteile ehemaliger Stammwähler nicht abfinden können und die Wahl nun komplett verweigert.
Meine Herr'n, wenn das der Willy wüsste! (Und was sagt überhaupt der Helmut Schmidt dazu?)

Schulterzucken aller Orten. Das war doch klar, oder etwa nicht? Nein, mir ist erst heute klar geworden, dass wir nun am Ende eines konsequenten Selbstdemontagekurses der SPD stehen.

Aber was hätte es andererseits geholfen? Wäre ich etwa glücklicher, wenn wir heute die Wahl zum Bundeskanzlers eines seit Ende der Neunziger als Parteivorsitzenden der SPD agierenden Oskar Lafontaine hinnehmen hätten müssen? Mit einem Außenminister Trittin vielleicht?

Nein, das wäre ich ziemlich sicher nicht. (Obwohl die Westerwelle schon grandiose Maßstäbe im Negativen setzt.)

In diesem Sinne also nochmals: Gute Nacht, Deutschland.

Die Bilder oben stammen übrigens vom Signore Giardino, bei dem ich mit meiner Besprechblasung zeitgleich auch an der aktuellen Ausgabe der Freitagstexter beteilige. Vielen Dank für die Fotos!

UB

Link mich: http://www.e-script.de/?p=1254085619

Kommentare

Link zu diesem Kommentar frau Muschel, 30.9.2009 um 10:39 h:

Wie befürchtet, sah' die Sache nach der Wahl ganz anders aus....
Nun können wir entscheiden,ob wir den Kopf in die Blätter stecken,oder....
Da die Piratenpartei 2% der Wählerstimmen bekam,
könnte man fast vermuten,dass vielleicht etliche
SPD-Wahlmüde-Nichtwählengegangene dorthin abgewandert sind ? -grins-
(Übrigens : bei Anwesenheit von Möwen bleiben Muscheln lieber ganz unauffällig im Schlick versteckt.Psst..nicht verraten)

Ulf?

Link zu diesem Kommentar Ulf, 30.9.2009 um 20:31 h:

Bleiben Sie um Gottes Willen in Deckung, Frau Muschel! Ab Freitag können Sie dann wieder unbehelligt hereinschauen; da gibt es hier den nächsten Freitagstexter. Ohne Möwen, versprochen.

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